Die Frage ist: Für wen machen wir das?
Liebe Frau Schmid, liebe Frau Lwowski, lieber Herr Klink, Sie haben die Wahl: Ist das unmögliche Kunstwerk Oper eher eine Quantité négligeable, ein neofeudaler Luxus, eine politisch relevante Kunstform oder vielleicht sogar nur die reine ästhetische Seelenbeglückung?
Nora Schmid: Eine einfache Antwort auf diese Frage kann es nicht geben. Dennoch würde ich spontan beim letzten Punkt einhaken, bei der Seelenbeglückung.
Für mich ist es zwar eher eine Seelenberührung, und dies in der größtmöglichen Vielfalt in puncto Thematik, Interpretation und Ästhetik. Gewiss greifen für manchen auch die beiden erstgenannten Aspekte. Meines Erachtens geht es aber in der Oper darum, sich selbst und seinen Blick auf die Welt besser und aus unterschiedlichen Perspektiven kennenzulernen. Was man davon dann in sein Leben und in die Gesellschaft mitnimmt, hat für mich auch eine politische Komponente.
Julia Lwowski: Die Begriffe sind widersprüchlich. Aber ich finde, dass Oper in der Utopie auf jeden Fall ein Politikum sein sollte, wenn es das nicht ohnehin ist; etwas, das im schönsten Fall etwas aufreißt und sichtbar macht, was vielleicht in anderen Kunstformen nicht möglich wäre, weil es eben diese ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Jahrbuch 2024
Rubrik: Zukunft Oper, Seite 116
von Jürgen Otten
In einer Welt, die sich zunehmend und vor allem zunehmend rasant verändert, fällt auch der Kunst eine andere Rolle zu: Sie kann und muss auf all die Kriege, Krisen und (klimabedingten) Katastrophen direkt und schneller reagieren. Ihre wesentliche Aufgabe besteht darin, dass sie der Macht der beschleunigten Bilder, die durch die fortschreitende Digitalisierung den...
Silvia Adler
DARMSTADT
Opernwelt
1. Die Oper Frankfurt
2. Catherina Forster als Walküre in Athen; Alyona Rostovskaya in Wiesbaden. Ihr lyrischer Sopran besitzt eine phänomenale Ausdruckskraft
3. Victoria Stevens rückt bei Verdis «Otello» in Mainz das Thema Femizid in den Fokus: ein starker, erschütternder Opernabend
4. Michael Nündel für seine außerordentliche...
Salzburger Festspiele 2024, Premiere von Sergej Prokofjews Oper «Der Spieler». Peter Sellars inszeniert die pausenlosen zwei Stunden der Aufführung in der Felsenreitschule. Das heißt: extreme Breitwandbühne. Ziemlich kompliziert, dort glaubhafte Beziehungen zwischen den Figuren herzustellen. Was dann eben auch nicht passiert. Ein paar seltsame Ufos stehen und...
