«Die düst’re Glut, die hier ich fühle»
Siegmund Nimsgern war Saarländer, geboren in St. Wendel. Ein echter Saarländer verlässt seine Heimat nur äußerst ungern, so auch er, der bis zu seinem Tod in St. Ingbert lebte. Seinem opernbegeisterten Vater verdankt er den Vornamen. Als er im Bayreuther «Ring» neben Siegfried Jerusalem sang, hieß es leicht spöttisch: schon kurios – ein Siegmund singt den Wotan, ein Siegfried singt den Siegmund.
Nimsgern studierte quasi nebeneinander Schulmusik (mit den Nebenfächern Musikwissenschaft, Germanistik und Philosophie an der Universität des Saarlandes) und Gesang an der Saarbrücker Musikhochschule, zunächst bei Sibylle Fuchs, dann auch bei Jakob Stämpfli und in Frankfurt bei Paul Lohmann. Die geisteswissenschaftliche Schulung war ihm immer anzumerken. Nimsgern war ungewöhnlich belesen, besaß eine große Bibliothek, schrieb Gedichte von hohem Sprachgefühl und teilweise scharfem Witz. Dass er ein Sänger war, bei dem man jedes Wort verstand, musste einen nicht wundern. 1967 debütierte er in Saarbrücken mit der Rolle des Lionel in Tschaikowskys selten gespielter Jeanne d’Arc-Oper, sogleich also eine Rarität des Spielplans; immer wieder sollte er zu solchen Rollen am Rande des Repertoires ...
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Opernwelt November 2025
Rubrik: Magazin, Seite 75
von Jens Malte Fischer
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Zwei, drei Cocktails zu viel, dazu womöglich ein paar eingeworfene Pillen – die Grenze zur Willenlosigkeit ist längst überschritten. Und dann die Vergewaltigung im Nebenzimmer: geile Böcke, die das auch noch filmen, ins Netz stellen; die Kommentarspalte läuft voll mit Widerlichem. Das Internet vergisst nichts, auch Violetta ist auf ewig traumatisiert. Eine...
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