Der Wald ist aus den Fugen
Es ist eine alte Geschichte, doch für die Betroffenen bleibt sie stets neu: Ein Mann verlässt seine Frau und nimmt sich eine Jüngere. Aber die Frau rächt sich. Erst will sie die Kinder töten, dann mit dem Mann und dessen neuer Geliebter abrechnen. Schließlich bringt sie sich um. Vincenzo Bellini und sein Librettist Felice Romani haben aus dieser Boulevard-Tragödie eine romantische Oper gemacht und deren Handlung ins antike Gallien verlegt. Die historische Patina allerdings hat Gabriele Rech in ihrer Wiesbadener Inszenierung der «Norma» genommen.
Sie reduziert das Stück, in dem der Befreiungskampf der Gallier eine zentrale Rolle spielt, gänzlich auf das Liebes- und Eifersuchtsdrama zwischen Norma und Pollione, dem römischen Befehlshaber. Norma ist bei ihr keine keltische Priesterin, sondern eine alleinerziehende Karrierefrau von heute. Wir sehen sie anfangs im Doppelbett ihres modernen Lofts ein Magazin lesen, auf dem Bildschirm läuft ein Film mit ihren am Strand spielenden Kindern. An der Rückwand der Halle hängt ein riesiges Gemälde, das ein Waldstück zeigt. Später wird es durchsichtig und gibt den von ihrem Vater Oroveso angeführten Chor der Aufständischen frei. Im zweiten Akt ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt März 2015
Rubrik: Panorama, Seite 58
von Uwe Schweikert
Wenn Opernkenner sich in den Pausen langer Wagner-Aufführungen unterhielten, kamen sie bisweilen auf Ernest Reyer zu sprechen. Der habe es nämlich gewagt, die Nibelungen-Sage ebenfalls zu vertonen. 1884, acht Jahre nach Wagners «Ring», sei das Werk in Brüssel uraufgeführt worden und in Frankreich bis zum Zweiten Weltkrieg recht erfolgreich gewesen, danach aber nur...
Toffee in moderation is a capital thing», sagt der Duke of Dunstable in Gilbert und Sullivans Präraffaeliten-Parodie «Patience». Naschwerk in Maßen ist großartig, aber zum Frühstück, zum Dinner, zum Tee? Nicht auszuhalten. Doch genau das serviert uns Rolando Villazón als Regisseur von Gaetano Donizettis «Le convenienze ed inconvenienze teatrali» (1827), hierzulande...
ML = Musikalische Leitung
I = Inszenierung
B = Bühnenbild
K = Kostüme
C = Chor
S = Solisten
P = Premiere
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
UA = Uraufführung
WA = Wiederaufnahme
Deutschland
Aachen
Tel. 0241/478 42 44+0180/500 34 64
Fax 0241/478 42 01
www.theater-aachen.de
– Der Freischütz: 1., 7., 15., 24.
– Luisa Miller: 5., 26.
– West Side Story: 13., 31.
– Janácek, Jenufa: 22....
