O sink hernieder, Macht des Schicksals: Eva-Maria Westbroek (Leonora), James Creswell (Marchese) und Chor in Amsterdam; Foto: Monika Rittershaus

Der Tod und die Mädchen

Aniara Amos und Paolo Carignani jagen in Kopenhagen den Titelhelden in Verdis «Rigoletto» durch ein Inferno, Christof Loy und Michele Mariotti lassen in Amsterdams «La forza del destino» Eros und Ares aufeinander los

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Der Mörder fährt Dreirad. Wie ein Teufel kurvt Sparafucile mitten durch die ausgelassene Karnevalsgesellschaft, die sich auf den Stufen eines Treppenrondells vergnügt, in krachend komischen Kostümen (Jorge Jara) und mit FSK-verdächtigen Videos aus Amors Reich (Sebastian Eskildsen). Grand Guignol. Alles außer Rand, Band – und Verstand. Mittendrin der Narr, Rigoletto, buchstäblich entfesselt (mit betörendem Bariton David Kempster).

Noch zu Beginn, während des düsteren, mit verminderten Akkorden prophetisch beschwerten andante sostenuto, das Verdi kaum zufällig in die Schicksalstonart c-Moll fasste, sehen wir ihn ans Prokrustesbett geschmiedet; sehen, wie er jene traumatischen Ereignisse, die ihn erst in die Irrenanstalt brachten, noch mal und noch mal erleidet. Jede Arie, jedes Duett, Terzett, Quartett beherrscht er auswendig. Und vor allem das schmähliche non lieto fine dieser Oper. Endloses Erschrecken.

Aber auch Commedia dell’arte, die eben umschlägt, von der Lust an der Verstellung ins realorgiastische Bacchanal, von schrankenloser Begierde in tödliches Begehren, vom Traum in Realität und zurück. Während Paolo Carignani die Kongelige Kapel zu immer schnelleren Kreiseln animiert ...

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Opernwelt November 2017
Rubrik: Im Focus, Seite 8
von Jürgen Otten

Vergriffen
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