Der Sache verpflichtet
Die entscheidenden Sätze fallen en passant. Eigentlich geht es um Pollini, um den Eklat, den der Pianist 1995 bei den Salzburger Festspielen auslöste, als er sich in einem Konzert mit einem einzigen Werk hören ließ, dem «Klavierstück X» von Stockhausen. Davor hatte er das Feld anderen Musikern überlassen, den Zuhörern im Mozarteum Monteverdi vorgesetzt und Nono, Madrigale von Gesualdo und elektronische Musik – Stockhausens «Gesang der Jünglinge». Ein Herr verließ wutschnaubend den Saal, knallte die Tür, die Stimmung drohte zu kippen.
«Ich glaube», sagt Hans Landesmann, «dass die wichtigste Aufgabe, die ein Kulturmanager zu erfüllen hat, in einem schöpferischen Dialog mit dem Interpreten besteht. Er muss für den Künstler ein kreatives Haus schaffen, das für weitgehend ideale äußere Bedingungen sorgt, vor Irritationen abschirmt, in dem aber auch eine fruchtbare Auseinandersetzung über künstlerische Ideen und Programme entstehen sollte.» Die Idee, Pollini nicht nur als Virtuosen, sondern auch als Kurator einzuspannen, der neue Musik im Konzertsaal auf ihre Quellen bezieht und so als etwas Gewachsenes erfahrbar macht, hatte der damalige Finanz- und Konzertchef der Festspiele. Doch viel ...
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Opernwelt September/Oktober 2011
Rubrik: Medien | CDs, DVDs, Seite 53
von Albrecht Thiemann
Blaue Lichtprospekte. Scherenschnitthafte Figuren. Dazu ein autistisches Beharren auf sich selbst. Wer hätte gedacht, dass bei einer solch asketischen Diät der Mittel, wie sie Robert Wilson an den Tag legt, eine so lange Karriere überhaupt möglich ist?
Viel ist anfangs gelästert worden über die «blöde-kunstgewerblichen Bildchen», über ein «Theater der Sinnlosigkeit,...
Normalerweise beginnt Wagners «Ring» damit, dass drei mehr oder weniger gut gebaute Damen in den Tiefen des Rheins einen Zwerg anmachen und sofort wieder abstoßen. Seit Patrice Chéreaus Deutung ist der Rhein oft vertrocknet oder einfach ein Bordell, was schade ist, aber der Musik nicht widerspricht. Wagner hat zwar die Entstehung des Lebens vom Nullpunkt (dem...
Aufnahmen im Mehrkanalton-Verfahren tendieren oft zu einer gewissen Weichzeichnung. Der Klang ist räumlicher, aber oft auch weniger scharf konturiert. Man mag das bedauern, doch dem «Parsifal», der im Dezember 2010 mit den Philharmonikern des Niederländischen Rundfunks unter Jaap van Zweden anlässlich einer konzertanten Aufführung in Amsterdam mitgeschnitten wurde,...
