Der reine Irrsinn

Mit «Comte Ory» und der «L’italiana in Algeri» huldigt das Rossini-Festival in Bad Wildbad dem großen Komponisten. Auch wird seine Sonderstellung gezeigt: Michele Carafa kommt mit seiner Oper «Masaniello» einfach nicht an ihn heran

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Patrick Kabongo, so heißt der aufsteigende Stern am Himmel der Koloraturtenöre. Wie weiland bei den ersten Auftritten von Juan Diego Flórez wehte ein ungläubiges Staunen durch das Publikum beim Festival Rossini in Bad Wildbad. Kann das mit rechten Dingen zugehen, diese Höhe, diese Leichtigkeit, diese Geschwindigkeit? Ja, alles Natur – und Technik. Kein Falsett für die stratosphärischen Spitzentöne, keine Atemnot bei den exponierten Haltetönen und Koloraturketten, keine Ungenauigkeit bei Rossinis hundsgemeinen rhythmischen Fiorituren.

Seit 2017 ist Kabongo regelmäßiger Gast in Wildbad und inzwischen auch an größeren deutschen Bühnen gefragt, in Düsseldorf, Leipzig, Kiel oder Krefeld. Mit der Titelrolle des Comte Ory in Rossinis gleichnamiger Opera buffa ist er jetzt auch reif für Pesaro. Der Graf, der von seinem Pagen und Rivalen Isolier an der Nase herumgeführt und um den Erfolg seiner amourösen Absichten gebracht wird, ist seine Lieblingsrolle, erzählt Kabongo, seit er sie 2012 zum ersten Mal erhielt. Rossini zu singen ist für ihn so prickelnd – «frizzante» – wie Champagner zu trinken, und als Graf Ory macht er gleich eine Magnumflasche auf: für die Musik und das französische ...

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Opernwelt September/Oktober 2024
Rubrik: Im Focus, Seite 27
von Lotte Thealer

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