Der Mensch im Tier
Es ist ein heiteres Stück mit einem traurigen Ende, und ich selbst habe meinen Platz an diesem traurigen Ende.» So hat Leoš Janáček «Die Abenteuer der Füchsin Schlaukopf» – dies der originale Titel seiner 1924 in Brünn uraufgeführten Oper – charakterisiert, in der sich Tiere wie Menschen in einem ewigen Kreislauf von Leben und Tod, Werden und Vergehen begegnen. Die Menschen geraten schlafend, träumend oder betrunken in die Tierwelt, die Tiere selbst – ob Fuchs, Vogel oder Insekt – sind mal menschlich, mal wieder ganz Tier.
Der Regisseurin Magdalena Fuchsberger und ihrer phantasievollen Ausstatterin Dorothee Curio ist es in Münster auf gleichermaßen magische wie nachdenkliche Weise gelungen, diese Metamorphose von Spiel und Ernst, Zartheit und Gewalttätigkeit, Comic und Mysterium ohne Sentimentalisierung oder Verniedlichung zu zeigen.
Curio setzt Räume auf die unablässig kreisende Drehbühne, Natur- und Menschenwelt, Wald und Wohnung lösen einander in raschem Wechsel ab und gehen ineinander über. Zum hier bereits traurigen Beginn sehen wir, wie als Ärzte und Krankenschwestern verkleidete Tiere den an einem Trauma leidenden, vielleicht sogar sterbenden Förster umschwirren. Von einem ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Juni 2025
Rubrik: Panorama, Seite 56
von Uwe Schweikert
Und als ich wiederkam, da – kam ich nicht wieder.» Dies Bekenntnis des Romanciers Alfred Döblin aus dem Jahr 1946 fasst das Schicksal der von den Nazis 1933 ins Exil vertriebenen oder in die innere Emigration gezwungenen Juden und ihrer verfemten Werke in einem einzigen Satz zusammen. Er gilt auch für den bereits 1934 an gebrochenem Herzen gestorbenen Komponisten...
Es waren einmal zwei Königskinder, die konnten vielleicht doch zueinanderkommen. Noch während sich die Musik in schmerzvoll-chromatischen Dissonanzen ergeht, die aber sämtlich doch eher sublim-geschliffen als rustikal-rau klingen, zeigt ein Video Tantris (Künstlername Tristan) und Isolde, beide rotschopfig, inmitten der unberührten Natur, er am Ufer eines Gestades,...
Junge Liedersänger und Lied-Duos haben heute vielfältige Möglichkeiten, in diesem wohl schwierigsten Repertoire des klassischen Gesangs ihren Weg zu machen. In Deutschland helfen die Stuttgarter Hugo-Wolf-Akademie und die Heidelberger Liedakademie mit ihren Wettbewerben, in Frankreich die 2018 gegründete Académie Orsay-Royaumont mit ihren Liedkursen. Das...
