Kulturhauptstadtwürdig

Essen: Berg: Lulu

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Das Timing war brillant: Nur zwei Tage vor den pompös inszenierten Eröffnungs-feierlichkeiten von Ruhr2010 feuerte Aalto-Theater-Intendant Stefan Soltesz einen öffentlichen Brandbrief ab, in dem er die drohenden Kürzungen für die Kultur bei gleichzeitiger Kulturhauptstadt-Verschwendungssucht anprangerte. Prägnanter kann man die Schieflage von Festivalitis und Aushungerung der gewachsenen Kultur kaum aufzeigen. Soltesz kann sich das Störfeuer leisten, denn von allen bedrohten Theatern der Region steht seines am besten da.

Die Aalto-Oper kann eine durchgehende Erfolgsgeschichte nachweisen und ist zu 90 Prozent ausgelastet.

Nun hat der streitbare Intendant gewagt, als erste Premiere des Festjahres ein Werk auf den Spielplan zu setzen, das nicht gerade als Kassenschlager gilt: Bergs «Lulu». 1953 ist die deutsche Erstaufführung in Essen über die Bühne gegangen, Grund genug, sie in der damals gespielten zweiaktigen Fragmentfassung jetzt neu zu zeigen. Regisseur ist Dietrich Hilsdorf, den mit dem Aalto-Theater eine mehr als zwanzigjährige Geschichte verbindet, die einst mit Skandalen gepflastert war. Sein Blick ist distanzierter geworden: Hilsdorf setzt heute auf Ausnüchterung statt ...

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Opernwelt März 2010
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Regine Müller

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