Der Kommunikator
Eng geht es zu im Hochgebirge. Wo Richard Strauss die Freiheit des Menschen in der Natur preist, sitzen die rund 100 Damen und Herren des Philharmonischen Orchesters Freiburg dicht aneinandergedrängt. Strauss’ «Alpensinfonie» ist nicht unbedingt auf die Maße des Orchestersaals im Theater zugeschnitten.
Und so werden «Gewitter und Sturm» auch zur Bewährungsprobe für die Wände des 113 Jahre alten Theaterbaus, der Ende November 1944 bei einem verheerenden Luftangriff weitgehend zerstört wurde, aber bereits fünf Jahre danach mit Wagners «Meistersingern» wiedereröffnet werden konnte – kein kleines Werk. Und siehe da: Sie halten stand, die Wände. Die Stimmung im Saal ist hochkonzentriert, die Erwartungen sind hoch, einige Musiker aus dem Orchester erinnern sich noch an die letzte Aufführung des Stücks in Freiburg, Anfang der 1990er-Jahre. Seither ist viel passiert – die Stadt bekam 1996 ein knapp 1800 Besucher fassendes Konzerthaus, wo das Werk nun im Rahmen des vierten Philharmonischen Konzerts der Saison erklingt. Einer Saison, die eine große Zäsur für alle Beteiligten bedeutet. Nicht nur, dass die Lockdowns und Beschränkungen der Corona-Zeit Geschichte sind – am Pult des 1877 ...
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Opernwelt Juni 2023
Rubrik: Magazin, Seite 72
von Alexander Dick
Die Hauptsache ist es, das Ballett zuerst aus dem Weg zu schaffen; die Oper allerdings ist so fesselnd, und ich mag die Geschichte so sehr» – so schrieb Peter Tschaikowsky an seinen Bruder Anatol. Die Oper war denn auch ein voller Erfolg, das Ballett dagegen langweilte bei der gemeinsamen Uraufführung 1892 am Petersburger Mariinski-Theater. Doch die Oper wurde...
Die Oper als «Kraftwerk der Gefühle», als welche Alexander Kluge sie so treffend bezeichnet hat, war immer schon ein Kampfplatz der Geschlechter. In den aktuellen Debatten über Feminismus, Geschlechtergerechtigkeit und Gender stellen sich viele Fragen zu den Themen des Genres Oper noch einmal ganz neu. Die Literaturwissenschaftlerin, Romanistin und...
Wann haben Sie zuletzt in der Oper geweint?
Gar nicht, höchstens bei kurzfristigen Umbesetzungen.
Wo würden Sie ein Opernhaus bauen?
Oper geht überall.
Ihr Geheimrezept fürs Überleben während der Proben?
Heimlich E-Mails und sonstige Textnachrichten schreiben.
Welche Oper halten Sie für überschätzt?
Keine. Das ist immer eine Frage der Interpretation.
Welche Oper...
