Der andere Blick
Während der Ouvertüre würdigen sie sich keines Blickes. Auf der rechten Seite des Bühnenportals sitzt Graf Almaviva. Zur Linken seine Gattin. Bevor noch «Le nozze di Figaro» am Theater Regensburg so richtig in Gang kommt, ist die Ausgangssituation dieser Mozart-Oper auch körperlich bereits vorgezeichnet. Der Vorhang ist durchscheinend, dahinter blaut bereits die Szene von Hans-Dieter Schaal, die bei ihm stets etwas Architektonisches hat: ein eher schlichtes, helles Gehäuse, das sich von Akt zu Akt immer mehr aufzulösen scheint.
Mal wird ein Fenster, mal eine Türe demontiert, und immer wieder dreht sich die Bühne schwindelerregend um die eigene Achse, als wollte man eine neue Perspektive, einen anderen Blick auf das Geschehen ermöglichen.
Alles ist hier bis ins kleinste Detail durchdacht, und doch kommt die Inszenierung so leichtfüßig, spielerisch daher wie gleich zu Beginn Eva Zalenga: eine Susanna, nicht nur gesanglich zum Verlieben. Regie führt Arila Siegert, eine Choreografin, die zu DDR-Zeiten noch von Gret Palucca an ihrer Dresdner Schule als ebenso ausdrucksstarke wie durchsetzungsfähige Tänzerpersönlichkeit ausgebildet wurde. Als prägende Erfahrung nennt die Wahl-Berlinerin ...
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Opernwelt Dezember 2021
Rubrik: Im Focus, Seite 22
von Hartmut Regitz
Frau Šlekytė, Ihr Vorname bedeutet in unserer Sprache «heiter». Ist Heiterkeit eine vorherrschende Konstante Ihres Lebens?
Das wäre sehr schön. Aber ich lebe auf diesem Planeten, der mir zusehends Sorgen bereitet. Vielleicht sagen wir es so: Es gibt verschiedene Gefühle. Heiterkeit ist eines davon.
Was löst das eine wie das andere aus? Sind das künstlerische...
Das Theater Regensburg sei «einer der sichersten Räume der Stadt», verkündet die Stimme vom Band, bis zu zweieinhalb Mal pro Stunde werde im Zuschauerraum die Luft ausgetauscht. Nicht ganz so sicher ist es anscheinend auf der Bühne, wo sich schon während der Ouvertüre ein achtköpfiges Tänzerensemble erschießt, erhängt oder Gift schluckt. Keine Frage, Werther, der...
JUBILARE
Eric Halfvarson debütierte 1973 als Basilio in Rossinis «Il barbiere di Siviglia» im Rahmen der Lake George Opera Tour (der heutigen Opera Saratoga). Von da aus führte ihn sein Weg zunächst ans – von ihm mitbegründete – Opernstudio der Houston Grand Opera, auf deren Bühne der Bass bereits in kleineren Partien auf sich aufmerksam machte. In den...
