Der alte Kasten muss weg
Herr Trumpet, ich wusste gar nicht, dass Sie sich für Oper interessieren.
Ich bitte Sie, nicht so förmlich! Für Sie einfach Donald oder Don. Doch, doch, ich bin ein Riesen-Opernfan. Da muss ich gleich an Andrea Bocelli denken: So ein lieber Mensch, schaut gut aus – und diese grandiose Stimme! Auf meiner fünften Hochzeit hat er gesungen, damals in der Sankt-Donald-Kirche. Und natürlich André Rieu – mein Gott, der Mann hat tolle Haare, nicht? Hatte ihn mal für einen Empfang im Trumpet Hotel engagiert. Ganz feine Angelegenheit, erste Sahne.
Also: Mit Oper kenn ich mich aus.
Wen würden Sie als Chef der Royal Opera in London vorschlagen?
Mich natürlich. Alles praktisch schon eingetütet.
Tatsächlich? Was sind denn konkret Ihre Pläne für Covent Garden?
Da muss man richtig ran, das will ich Ihnen ehrlich sagen. Dieser schreckliche alte Kasten kommt weg – wir bauen was schickes Neues. Man soll schließlich sehen, dass wir’s ernst meinen. Ich meine, das Ding heißt Covent Garden – aber da ist überhaupt kein Garten! Wo bleibt da die Glaubwürdigkeit?!? Ich schlage vor, das Dach zu bepflanzen. Oben auf dem Luxushotel. Dann Apartments für höchste Ansprüche, ganz geschmackvoll, wie man das auch sonst ...
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Opernwelt Februar 2016
Rubrik: Magazin, Seite 77
von Christopher Gillett
Einen Liederzyklus von Franz Schubert mit dem Titel «Poetisches Tagebuch» gibt es nicht, wohl aber neun Einzellieder auf Texte des jung verstorbenen romantischen Dichters Ernst Schulze, die Schubert der posthumen Ausgabe von dessen «Poetischen Tagebuch» entnahm. Nur zwei dieser Lieder hat Schubert zu einem Liederheft mit eigener Opuszahl zusammengefasst, darunter...
In der Kürze liegt die Würze, meint das Sprichwort. Die Engländer sagen’s ebenso prägnant, schließlich ist Shakespeare der Urheber der Wendung: «Brevity is the soul of wit», weiß Polonius in «Hamlet». Händel muss das Prinzip gekannt haben, als er seine Oper «Partenope» schrieb, die 1729 im King’s Theatre, Haymarket, uraufgeführt wurde: An Stelle von langwierigen,...
Der Mann im rotbraunen Samtsakko mit Fliege zündet sich zum Schluss genüsslich einen Glimmstengel an und hört mit sarkastischem Lächeln, wie die anderen ihn verabschieden. «Questo è il fin di chi fà mal», dies sei das Ende von jemandem, der Böses tue, behaupten sie. Weswegen der Mann im Samtsakko (es ist, erraten, Don Giovanni) sie dann auch in den Orkus schickt....
