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Kurt Masur war ein Kapellmeister im besten Sinne. Der Dirigent Hartmut Haenchen nimmt Abschied von einem Künstler, dem nicht nur er selbst viel zu verdanken hat

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Den Titel «Gewandhauskapellmeister» gibt es immer noch. In den bisher stürmischsten Zeiten des Orchesters trug ihn Kurt Masur, zu Recht. Kapellmeister – das ist ein Ehrentitel, die Übersetzung des italienischen «Maestro di cappella». Es gibt ihn also nicht, den von den Medien immer wieder herbeigeredeten Qualitätsunterschied zwischen «Maestro» und «Kapellmeister». Und Kurt Masur war viel mehr als das: Wir haben auch den Hausvater eines Konzerthauses verloren, das ohne ihn nie gebaut worden wäre: das neue Leipziger Gewandhaus.

Und einen der entscheidenden Väter der Friedlichkeit der Revolution von 1989.

Wir begegneten uns vielfältig: In meiner Studienzeit pilgerte ich zur Komischen Oper nach Berlin, um die Produktionen Walter Felsensteins zu sehen und Kurt Masur am Pult zu erleben. Produktionen wie «Otello», den Masur dirigierte. Es waren unvergessliche Abende. Er rettete mich vor meinem ersten politischen Verfahren, als ich Händels «Messias» in einer in der DDR nicht genehmigten Übersetzung aufführen und die Stadt Leipzig die Aufführung verbieten wollte. Aus meiner Stasi-Akte habe ich erst spät erfahren, dass er auch intervenierte, als es um die Besetzung der Dirigentenstelle an der ...

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Opernwelt Februar 2016
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Hartmut Haenchen

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