Aus dem Fundus der Spätromantik
Dass Sergej Rachmaninows Puschkin-Adaption «The Miserly Knight» («Der geizige Ritter») im Repertoirebetrieb nie eine feste Größe wurde, dürfte kaum auf die musikalische Faktur des 1906 am Moskauer Bolschoi Theater uraufgeführten Einakters zurückzuführen sein. Denn zweifellos trägt diese – nach «Aleko» (1892) und zeitgleich mit «Francesca da Rimini» vollendete – dritte Kurzoper des russischen Klaviervirtuosen derselbe dunkle, suggestive Breitwand-Sound, der «Rach»-Symphonien und Konzerten stets opulente Hörerquoten beschert.
Düsteres Moll rahmt die Mär von dem armen Edelmann Albert, der sich durch seinen pathologisch knauserigen Vater und einen Geldverleiher ums Erbe betrogen wähnt. Eine rezitativisch-arios verschränkte und mittels plakativer Leitmotive strukturierte Erzählmelodie treibt die drei zentralen Protagonisten an. Süffige Instrumentationseffekte aus dem Fundus der Spätromantik verstärken die Wirkung. Zumal in der Darstellung Waleri Poljanskis: Er lässt bei der von Chandos veröffentlichten Studio-Aufnahme am Pult des Staatlichen Russischen Symphonieorchesters keine Gelegenheit aus, um die soghafte Energie der Rachmaninow’schen Satzkunst herauszustreichen.
Kurzum: Die ...
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