Das Furlough-Schema
In den sozialen Medien reichen britische Künstler seit Monaten folgende Zahlen herum: 600 Millionen Euro investiert Berlin pro Jahr in die Kulturlandschaft der Hauptstadt. Der Arts Council stemmt in etwa dieselbe Summe – nur muss sie für ganz England reichen. Premieren-Tweets hingegen sind verstummt. Wer Arbeit hat, schweigt dezent. Weil die meisten keine haben. Laut Office for National Statistics hat Corona keine andere Branche so massiv getroffen wie die Kultur- und Unterhaltungsindustrie.
Die Berliner Zahl illustriert, in welchem Maß die meisten Kompanien und Spielorte der Insel auf Ticketverkäufe, Fundraising, Vermietungen etc. angewiesen sind: So brachte das Royal Opera House 2017/18 rund 75 Prozent seines Budgets selbst auf (von 138 Millionen Pfund), die English National Opera 65 Prozent (von 36 Millionen). An sich ist man hier auch sehr stolz auf die Fähigkeit, erstens große Summen selbst zu stemmen und zweitens mit kleinen Budgets international Wettbewerbsfähiges zu produzieren; die Opera North beispielsweise bespielte 2019 mit knapp 20 Millionen Pfund Englands gesamten Norden. Doch Corona hat viele Einnahmequellen praktisch ausgeschaltet. Schon jetzt darf man annehmen, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Januar 2021
Rubrik: Focus Spezial, Seite 18
von Wiebke Roloff Halsey
So hatten Sie sich Ihre ersten Spielzeiten als Chefdirigentin beim Radio Filharmonisch Orkest wahrscheinlich nicht vorgestellt, Frau Canellakis ...
Nein. Aber die Ausnahmesituation hat die Kreativität befeuert und uns sehr verbunden. Ich habe die Musiker auf besondere Weise kennengelernt.
Sie sind Dirigententochter, haben Schlagfiguren, Partiturlesen, Transponieren...
Wer diese Ersteinspielung von Goethes Singspiel «Scherz, List und Rache» in der Vertonung Philipp Christoph Kaysers (1755–1823) hört, kommt aus dem Staunen nicht heraus. Mehr als 200 Jahre lag die Partitur unbeachtet im Zürcher Nachlass des Komponisten vergraben, bis Hermann Dechant sie 1993 radikal gekürzt und in reduzierter Instrumentation erstmals im...
Nachdem Marco Polo im späten 13. Jahrhundert mit seiner Reise durch das Mongolenreich maßgeblich zur Erweiterung des mittelalterlichen Weltbilds beigetragen hatte, waren die Voraussetzungen für weitere Entdeckungsfahrten in westliche Richtung geschaffen. Als treibende Faktoren fungierten Handel und christliche Mission. Die islamische Expansion im 15. Jahrhundert...
