Danaergeschenk

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Ich saß freudig nervös im Großen Festspielhaus, im Kopf tanzten die Erinnerungen an 40 Salzburger Festspieljahre Walzer, die Ouvertüre zu Mozarts Oper «Così fan tutte» stieg fauchend aus dem erhöhten Orchestergraben, die Paare sangen ihre falschen Liebesschwüre himmlisch schön, und dann passierte es: Tränen kullerten über die Maske. Verfluchte Musik, unergründbar mächtiger Zauber.

Würden wir in der «Opernwelt»-Jahreswertung 2021 wie in den vergangenen Jahren nach Kategorien abstimmen, wären die «Salzburger Festspiele» ziemlich sicher mit großem Abstand zum «Opernhaus des Jahres» gewählt worden. Und das Prächtige an diesen Tagen in den alten Mauern war der Umstand, dass dort die Kolleginnen und Kollegen von der «FAZ», der «Welt» und der «New York Times» saßen, es wurde geurteilt wie ehe und je, gestritten, gescherzt und gejubelt. Vorbei war dieses «Danke, ihr spielt»-Sagen. Unglaublich auch die flammende Freude der Rache, die bei «Elektra» im Orchestergraben loderte, die düstere Unruhe, die da dank Franz Welser-Möst und den Wiener Philharmonikern rumorte.

Das war im wundersamen Festspielsommer 2020: Ein Geschenk war er – ein Danaergeschenk. Denn danach ging’s bergab.

Der Herbst ...

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Opernwelt Jahrbuch 2021
Rubrik: Umfrage Kritikerstatements, Seite 95
von Christian Berzins («CH Media», Zürich)

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