Da lacht das Montags-Abo
Wissen die Frauen alles? Oder ist die Verkleidung der Kerle perfekt? Oder lassen sie doch wenigstens eine kleine Ahnung erahnen? Es ist, so scheint es aus Sicht der Regie, das zentrale Problem von «Così fan tutte». Dabei ist die Sache so simpel wie szenisch kompliziert: Man weiß es einfach nicht. Die Genialität von Mozarts und Da Pontes letztem Geniestreich liegt ja in seiner Offenheit: ein so frivoles wie herz -angreifendes Experiment zwischen realen Psychostudien und abstraktem Experiment.
Eindeutigkeit? Fehlanzeige – mag darüber auch hektoliterweise Konzeptschweiß vergossen werden.
Barrie Koskys aktuelle Wiener Anstrengung reiht sich nahtlos in diese Bemühungen ein. An der Staatsoper greift er zum Finale seines Da-Ponte-Zyklus auf ein steinaltes Mittel zurück: Man spielt Theater auf dem Theater. Eine Durchdringung der Realitäten und Ebenen. Die ist so durchschaubar wie apart und vor allem bis zur Pause extrem amüsant. Don Alfonso also im Regiestuhl, Despina eine zickige Assistentin mit Kaugummi, Kopfhörer und lesbischen Neigungen. Dazu zwei Paare, die zunächst Liebe nach Regiebuch schwören und zwar in einer Probensituation – bis die emotionale Verwirrung auch auf ihr «echtes» ...
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Opernwelt August 2024
Rubrik: Panorama, Seite 53
von Markus Thiel
Das Diaghilev-Festival in Perm, 2003 gegründet und seit 2011 von Teodor Currentzis geleitet, wurde in diesem Jahr mit der «Matthäus-Passion» von Johann Sebastian Bach eröffnet. Im frisch renovierten Großen Saal der Philharmonie Perm zeigten das Orchester und der Chor musicAeterna, der Kinderchor «Vesna» und starke Solisten unter Currentzis, wie sich ein ganz...
Für Giuseppe Verdi war Musiktheater Gesangstheater – und ist «der Angelpunkt einer Oper die Stimme», wie Uwe Schweikert es in einem seiner brillanten Essays formuliert hat. Daher reicht Enrico Carusos Antwort auf die Frage, was es für eine erfolgreiche Aufführung des «Trovatore» brauche, über den Charakter eines Bonmots hinaus: «Lediglich die vier besten Sänger der...
Christophe Rousset was here!» Nicht, dass dieser Dirigent optisch an die Figur auf dem Kilroy-Graffito erinnern würde – eher lässt er an die Grimm’sche Fabel vom Hasen und dem Igel denken. Denn wer immer in der Landschaft der Alten Musik vermeintliches Niemandsland betritt, mag im Geiste das «Ich bin schon da» des Franzosen hören. Auf seine hochgelobte Aufnahme von...
