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Mozart: Così fan tutte an der Staatsoper Wien

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Wissen die Frauen alles? Oder ist die Verkleidung der Kerle perfekt? Oder lassen sie doch wenigstens eine kleine Ahnung erahnen? Es ist, so scheint es aus Sicht der Regie, das zentrale Problem von «Così fan tutte». Dabei ist die Sache so simpel wie szenisch kompliziert: Man weiß es einfach nicht. Die Genialität von Mozarts und Da Pontes letztem Geniestreich liegt ja in seiner Offenheit: ein so frivoles wie herz -angreifendes Experiment zwischen realen Psychostudien und abstraktem Experiment.

Eindeutigkeit? Fehlanzeige – mag darüber auch hektoliterweise Konzeptschweiß vergossen werden.

Barrie Koskys aktuelle Wiener Anstrengung reiht sich nahtlos in diese Bemühungen ein. An der Staatsoper greift er zum Finale seines Da-Ponte-Zyklus auf ein steinaltes Mittel zurück: Man spielt Theater auf dem Theater. Eine Durchdringung der Realitäten und Ebenen. Die ist so durchschaubar wie apart und vor allem bis zur Pause extrem amüsant. Don Alfonso also im Regiestuhl, Despina eine zickige Assistentin mit Kaugummi, Kopfhörer und lesbischen Neigungen. Dazu zwei Paare, die zunächst Liebe nach Regiebuch schwören und zwar in einer Probensituation – bis die emotionale Verwirrung auch auf ihr «echtes» ...

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Opernwelt August 2024
Rubrik: Panorama, Seite 53
von Markus Thiel

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