Brennan: Night.Shift
Eine Bar. Drei Männer und eine Frau. Der Geist aus der Flasche löst ihre Zungen, beflügelt die Fantasien, weckt Träume, Sehnsüchte, Begierden. Doch nach durchzechter Nacht kehren alle unerfüllt in die Tristesse des Alltags zurück: Ausgehend von Wystan Hugh Audens «The Age of Anxiety» rückt der irisch-schweizerische Komponist John Wolf Brennan diesen Ort der einsamen Herzen ins Zentrum seiner Oper «Night.Shift» («Nacht. Schicht»).
Und so buhlen der alternde Quant (Malcolm Rivers), der skeptische Malin (David Maze) und der jugendliche Emble (Neal Banerjee) um die Gunst der attraktiven Rosetta (Noëmi Nadelmann), derweil ein quirliger Barmann (Yaniv d’Or) die Fäden in der Hand behält. Markus Meyer hat ihm für die Uraufführung den wohl längsten Tresen St. Gallens schlangenförmig in die Lokremise gebaut. Den Protagonisten dient er als Laufsteg, zu dessen beiden Seiten sich das Publikum auf Hockern niederlässt. Mittendrin, in der zentralen Buchtung, sitzt das von Peter Tilling geleitete Orchester.
Die ungewohnte Raumaufteilung hat ihren Reiz. Selten kann man einem Opernensemble so hautnah bei der Arbeit zusehen. Dem 16-köpfigen Theaterchor eröffnet sie ein weites Betätigungsfeld zwischen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Der letzte Dortmunder «Ring» wurde 1994 vollendet. Stand mit dem geringen Abstand von einem Jahrzehnt eine neue Interpretation wirklich dringend an, zumal es in jüngerer Zeit und in leidlich erreichbarer Nähe alternative Produktionen zu besichtigen gab (Münster, Köln)? Die Dortmunder Initiative dürfte in erster Linie dem Ehrgeiz der Regie führenden Opernchefin...
Herr Flimm, als Ihr Freund Gerhard Schröder im Herbst 1998 Helmut Kohl als Bundeskanzler ablöste, verkündete er, er wolle nicht alles anders machen, aber vieles besser. Im Oktober vergangenen Jahres haben Sie die Intendanz der Salzburger Festspiele von Peter Ruzicka übernommen. Was muss sich ändern, was wollen Sie besser machen?
Ich würde nie sagen, dass ich etwas...
Mehr Musiktheater gibt’s auch an manch großem Opernhaus nicht. Zumindest, was das Angebot von (Ko-)Produktionen oder komplett eingekauften Abenden betrifft. Acht sind es derer an der Zahl, mit denen das Festspielhaus Baden-Baden in der Spielzeit 2007/08 aufwartet: sieben Opern (darunter dreimal Wagner und eine konzertante «Sonnambula» mit Cecilia Bartoli und...
