Bloß nicht verstummen
Eigentlich wollte sich Helga Rabl-Stadler nach dem Jubiläumssommer in den bewegten Ruhestand zurückziehen. Doch dann warf Corona alle Planungen über den Haufen: Das Programm, mit dem die Gründung der Salzburger Festspiele vor 100 Jahren gefeiert werden sollte, musste drastisch reduziert, ein großer Teil der Veranstaltungen verschoben werden. So wird die gelernte Journalistin, ehemalige Parlamentarierin und Unternehmerin, die den Festspielbetrieb seit 1995 als Präsidentin steuert, eben bis 2021 weitermachen – auf Wunsch ihres Intendanten Markus Hinterhäuser.
Der Zukunft sieht die durch manche Kontroversen und Konflikte gestählte «Ermöglicherin» sorgenvoll-zuversichtlich entgegen. Eine Beschreibung, die auch zur Bilanz einer mit arbeitswütigem Charme und entschlusskräftiger Klarsicht gesegneten Kämpfernatur passt, die den fordernden Job inzwischen länger ausfüllt als sieben ihrer acht Amtsvorgänger
Frau Rabl-Stadler, wir leben in einer Zeit gravierender Umbrüche – was sagt eine Festspielpräsidentin, die 25 Jahre im Amt ist, viele Turbulenzen durchzustehen hatte, sich selbst aber als «unerschütterliche Optimistin» bezeichnet, auf die Frage, wie es in einem Vierteljahrhundert um ...
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Opernwelt Jahrbuch 2020
Rubrik: Helga Rabl-Stadler, Seite 116
von Albrecht Thiemann
Man kommt kaum umhin, bei ihren Bühnenbildern an Peter Brooks wunderbar zeitlosen Essay «Der leere Raum» zu denken, und ebenso an diese dialektische Kunst der Fülle innerhalb der Abwesenheit von Material. Katrin Lea Tags Bühnen zeichnen sich – wie ebenfalls ihre Kostüme – durch eine radikale, ins Bild übersetzte Gedankenschärfe aus. Sie verkleiden nicht(s), sondern...
Es gibt Begegnungen, die den Lauf eines ganzen Lebens prägen können. Für Helen Donath waren das ein Treffen in Texas und eine Bekanntschaft in Hannover. Immer wieder erzählt die in bescheidenen Verhältnissen aufgewachsene Sopranistin von einem Gespräch mit dem Bariton George London in ihrer Heimatstadt Corpus Christi, das den Wunsch befeuerte, ihr Sängerglück in...
Kirill Petrenko
Für ihn gilt, weit mehr als für andere Granden seiner Zunft, ein Satz von Elias Canetti aus dessen Essayband «Masse und Macht»; ein Satz, der allzu gerne unterschlagen wird. «Der Dirigent», heißt es da relativ zu Beginn, «hält sich für den ersten Diener an der Musik. Er ist von ihr so erfüllt, dass ihm der Gedanke an einen zweiten,...
