Blick zurück im Wahn

Tschaikowsky: Pique Dame Zürich / Opernhaus

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Der Lebensrückblende geht es wie ­ihrem Bruder, dem Traum des Protagonisten. Sie sind auf der Opernbühne wahrlich nicht mehr der letzte Schrei. Dennoch, wo die Regie den Blick zurück im Wahn glaubwürdig zum Prinzip erhebt, muss sie das dürfen. Robert Carsen tat es bei Peter Tschaikowskys «Pique Dame» in Zürich.

Tot. Selbstmord. Bauchschuss. Hermann, langer Mantel, grau in grau, eine düstere Erscheinung, liegt vorn auf der Bühne hingestreckt. Die Spielergesellschaft, alle im Smoking, lässt das allgegenwärtige Champagnerglas und ihn quasi links liegen.

Seine Jagd nach den erfolgssicheren drei Karten hat ihm nichts gebracht. Carsen erzählt ganz aus seiner Perspektive. Immer wieder schält Hermann sich aus dem Nichts heraus, ist plötzlich ­irgendwie da – durchaus analog zum Libretto, das auch keine Auskunft über das Wohin und Woher der Personnage gibt. In seiner entschiedenen Konzentration auf den Helden lässt der Regisseur etliches Rankenwerk über Bord gehen. Am Beginn fehlen die Kindersoldaten und im Ballbild das Schäfer-Intermezzo, in dem der Stilkopist Tschaikowsky den Mozart gibt. Am Ende der Szene erscheint dann auch nicht die Zarin – es senkt sich (in Hermanns Fantasie, versteht ...

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Opernwelt Juni 2014
Rubrik: Panorama, Seite 47
von Heinz W. Koch

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