Blick nach innen
Zum 150. Geburtstag Gustav Holsts kommt allerhand Neues zum Vorschein. Als im vergangenen September am Saarländischen Staatstheater Saarbrücken seine Oper «Sita» in einer Neuinszenierung auf die Bühne kam, war das sogar eine Uraufführung. Das Stück hatte seit Holsts Lebzeiten ungespielt vor sich hingeschlummert.
Die Opera Factory Freiburg bringt nun ein weiteres, gleichwohl nicht völlig vergessenes Stück in Erinnerung: die Kammeroper «Sāvitri», nur eine halbe Stunde lang, drei Solisten aufbietend und ein Kammerorchester, das neben doppelter Streicherbesetzung nur noch zwei Flöten und ein Englischhorn umfasst. Wie «Sita» ist auch diese Kurzoper ein Zeugnis von Holsts Beschäftigung mit indischem Denken. Der Komponist war von der Kultur der britischen Kolonie so fasziniert, dass er begann, Sanskrit zu lernen. Eine Offenheit der Esoterik gegenüber zeichnet sich dabei ab, die Holst später auch zur Astrologie führen sollte. Das Orchesterstück «Die Planeten» ist Ausdruck davon, sein populärstes Werk, es stellt alle anderen Stücke in den Schatten. Vieles, was die «Planeten» auszeichnet, lässt sich auch in «Sāvitri» entdecken: ein Chor, der gedämpfte Vokalisen singt und damit einen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Februar 2025
Rubrik: Medien, Seite 27
von Clemens Haustein
Kaum ein populäres Repertoire-Stück trägt schwerer an Aufführungstraditionen und konkreten Ambiente-Vorstellungen als Strauss’ «Rosenkavalier». Was auch daran liegt, dass der Komponist und sein kongenialer Librettist Hugo von Hofmannsthal das Geschehen in einer künstlichen Theaterzeit lokalisierten und Rituale erfanden, die es so weder im Wien des Rokoko noch im...
Gleich im lichtdurchfluteten Foyer des SWR Studios Freiburg trifft man auf eine Vitrine mit einem Ringmodulator von 1974. Im vierten Stock, wo das international renommierte Experimentalstudio angesiedelt ist, warten Karlheinz Stockhausen, Pierre Boulez und Luigi Nono auf den Besucher. Von den Fotowänden blicken sie herab. Nono, der italienische Komponist, entwarf –...
Das Theater als Tollhaus? Bitte, hier haben wir es! 1500 Schulkinder veranstalten schon vor Beginn der «Familienoper zur Weihnachtszeit» eine Party, wie sie so nicht im Buche steht, jedenfalls nicht in dem jener Erzieherinnen, die sich nach Kräften mühen, die Begeisterung zu dämpfen, damit man die Musik aus dem Graben, wo Neil Valenta seines Amtes waltet, zumindest...
