Blick nach innen
Zum 150. Geburtstag Gustav Holsts kommt allerhand Neues zum Vorschein. Als im vergangenen September am Saarländischen Staatstheater Saarbrücken seine Oper «Sita» in einer Neuinszenierung auf die Bühne kam, war das sogar eine Uraufführung. Das Stück hatte seit Holsts Lebzeiten ungespielt vor sich hingeschlummert.
Die Opera Factory Freiburg bringt nun ein weiteres, gleichwohl nicht völlig vergessenes Stück in Erinnerung: die Kammeroper «Sāvitri», nur eine halbe Stunde lang, drei Solisten aufbietend und ein Kammerorchester, das neben doppelter Streicherbesetzung nur noch zwei Flöten und ein Englischhorn umfasst. Wie «Sita» ist auch diese Kurzoper ein Zeugnis von Holsts Beschäftigung mit indischem Denken. Der Komponist war von der Kultur der britischen Kolonie so fasziniert, dass er begann, Sanskrit zu lernen. Eine Offenheit der Esoterik gegenüber zeichnet sich dabei ab, die Holst später auch zur Astrologie führen sollte. Das Orchesterstück «Die Planeten» ist Ausdruck davon, sein populärstes Werk, es stellt alle anderen Stücke in den Schatten. Vieles, was die «Planeten» auszeichnet, lässt sich auch in «Sāvitri» entdecken: ein Chor, der gedämpfte Vokalisen singt und damit einen ...
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Opernwelt Februar 2025
Rubrik: Medien, Seite 27
von Clemens Haustein
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