Bläserprügel

Martin Wåhlberg macht Mozarts «Zauberflöte» zum packenden Hörspiel

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Anders als Antonio Salieri mit seinem «Cublai, gran kan de’ Tartari» konnte Mozart schon zu Lebzeiten mit der «Zauberflöte» reüssieren – vor allem aber sein Mitstreiter Emanuel Schikaneder, der sich mit den Einspielergebnissen ein neues Theater baute – das «Theater an der Wien». Dass ihm dabei ein Kaufmann mit dem wie von Nestroy erfundenen Familiennamen Zitterbart zur Seite stand, passt gut zu den Stories rund um die Entstehung dieser Oper.

Eine solche erzählt von einer Affäre des Mittdreißigers Mozart mit der 17-jährigen Pamina-Sängerin Anna Gottlieb – unvergesslich in Gestalt des ewigen Burgtheater-Mädchens «Hannerl» Matz (neben Oskar Werners Mozart) in dem Film «Reich mir die Hand, mein Leben».

Ruth Williams, die Pamina der vorliegenden Aufnahme, überträgt diesen Jungmädchentyp ins Akustische: Ihre «gerade», völlig vibratolose Art zu singen bleibt indes recht gewöhnungsbedürftig; der sonst emotionell so bewegende Höhepunkt der g-Moll-Arie mit «so wird Ruh’» klingt hier einfach zu schrill (selbst wenn er den Schmerz des Mädchens dramaturgisch stimmig auszudrücken vermag). Auch die weitere Besetzung ist durchweg jung. Tamino und Papageno (Angelo Pollak und Manuel Walser) ...

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Opernwelt Juli 2025
Rubrik: Medien, Seite 37
von Gerhard Persché

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