Bis zum Platzen

Augsburg: Weill: Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny

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Ein Jahr lang wurde diskutiert und vor allem vertagt: Bischöfe, die zum Finalchor Hostien verteilen? Eine Affenhaut, die ans Kreuz genagelt wird? Juliane Votteler, Augsburgs skeptische Intendantin, und ihre Regisseurin Tatjana Gürbaca wollten sich das zunächst in natura ansehen – in den Endproben also, bis die Chefin dann kurz vor der Premiere verfügte: Diese Schlussszene für «Aufstieg und Fall der Stadt Mahahonny» sei nicht zu akzeptieren. Nicht wegen der Kirchenkritik, die hätte Votteler am ehemaligen Tatort des Bischofs Walter Mixa schon mitgetragen.

Wohl aber wegen der plakativen Inhaltsferne der Szene: Kurt Weills und Bertolt Brechts «Mahagonny», diese weltliche Passion des zum Tode verurteilten Helden Jim, spielt zwar tatsächlich mit biblischen Elementen. Doch eine Weiterdrehung ins Katholiken-Bashing ging Votteler, gleichzeitig Dramaturgin der Produktion, zu weit.

Erbost reisten Tatjana Gürbaca, ab nächster Saison Operndirektorin in Mainz, und Ausstatter Stefan Heyne nach der Generalprobe ab und zogen ihren Namen zurück – ein Eklat und ein Präzedenzfall nicht nur für Augsburg.

Nachträgliche Änderungen wie bei Konwitschnys «Csárdásfürstin» in Dresden seien doch ein ...

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Opernwelt März 2011
Rubrik: Panorama, Seite 38
von Markus Thiel

Vergriffen
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