Bewegte Leere

Stéphane Lissner setzt an der Opéra de Paris mit «Moses und Aron» ein starkes Zeichen – Philippe Jordan und Romeo Castellucci schaffen frappierende Klang-Bilder

Opernwelt - Logo

Place de la Bastille. Stéphane Lissner empfängt an seinem Arbeitsplatz. Im (nicht mehr ganz) neuen zweiten Haus der Opéra de Paris. Seit August 2014 leitet der 62-Jährige den größten Theaterbetrieb Frankreichs. Gerade hat er in der Bastille Oper seine erste eigene Saison eröffnet. Mit «Moses und Aron», jenem «Endspiel» (Hans Mayer), das er vor 20 Jahren zum ersten Mal in Paris szenisch vorgestellt hatte, am Théâtre du Châtelet. Acht Vorstellungen à 2700 Plätze sind angesetzt. Eine Mäzenin stellte 300 000 Euro für die Produktion bereit.

Auf der klotzigen Fassade prangt, in fetten Lettern, der Slogan: «Verdi ou Schönberg, pourquoi choisir?» Lissner kommt gerade aus dem Kulturministerium, hat sich ein wenig verspätet. Zum Gespräch bittet der Directeur in sein Büro. Aber was heißt hier Büro? Ein edler, weitläufiger Salon tut sich da hinter dem unscheinbaren Vorzimmer auf. Ein mit Stilmöbeln dekorierter Saal, ein Refugium auf gefühlt 300 Quadratmetern. Es sieht aus wie das Domizil eines Prinzipals, der über den Dingen schwebt und dem die Stadt, die hinter der gläsernen Außenhaut leuchtet, zu Füßen liegt.

Le roi est mort? Nicht ganz. Einen Monarchen gibt es in Frankreich zwar schon lange ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Dezember 2015
Rubrik: Im Focus, Seite 4
von Albrecht Thiemann

Weitere Beiträge
Mit Schillerlocke

The Story of Semele», das 1744 uraufgeführte Oratorium Händels, hat seit 1925 den Weg auf die Opernbühne gefunden, und neuerdings wird es mindestens einmal jährlich neu inszeniert. Nicht einmal Spezialisten wussten aber von einer merkwürdigen Aufführung im Schiller-Jahr 1905. Christiane Wiesenfeldt rekonstruiert im neuesten Band der «Göttinger Händel-Beiträge» eine...

Spielpläne

ML = Musikalische Leitung
I = Inszenierung
B = Bühnenbild
K = Kostüme
C = Chor
S = Solisten
P = Premiere
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
UA = Uraufführung
WA = Wiederaufnahme

 

Deutschland

Aachen
Tel. 0241/478 42 44+0180/500 34 64
Fax 0241/478 42 01
www.theater-aachen.de
– Boesmans, Au Monde: 6. (P), 11., 16.12.; 3., 17., 31.1.; 13., 18., 26.2.

ML: Thorau, I: Teilmans, B: Brendel,...

Geckentheater

Am Ende holt ihn der eigene Alptraum ein: Baculus liegt in seinem Blut, erschossen wegen eines angeblich gewilderten Rehbocks! Von einem Doppelgänger verfolgt fühlt sich der Schulmeister schon in der Ouvertüre, schlussendlich erliegt er wohl der eigenen Fantasie. Zwischen Anfang und Ende dieser lang ersehnten, seit 43 Jahren ersten Dresdner Neuproduktion des...