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Seither/Beethoven: Fidelio schweigt am Theater im Revier Gelsenkirchen

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Beethovens einzige Oper «Fidelio» hat schon vieles über sich ergehen lassen müssen: Kürzungen, Striche, Umstellungen, neu geschriebene Dialoge – und seit Wieland Wagners Stuttgarter Inszenierung 1954 oft auch deren kompletten Ersatz durch verbindende literarische Zwischentexte. Zum Beethoven-Jahr 2020 (wegen Corona erst jetzt uraufgeführt) verpasste ihr die Komponistin Charlotte Seither eine feministische DNA: «Leonore handelt, sie geht in die Welt und gestaltet sie», beschreibt Seither ihr Opus «Fidelio schweigt».

Auf der Suche nach ihrem eingekerkerten Gatten Florestan muss sich Leonore nicht mehr als Mann verkleiden, sondern kann sich als Frau im Gefängnis zur Arbeit verdingen – begleitet von Frauen, die ihre gefangenen Männer besuchen. Das kleinbürgerliche Ambiente um Marzelline, Jaquino und Rocco ist ersatzlos gestrichen. Das Stück beginnt mit Florestans großer Arie, auf die die nachgelieferte Ouvertüre folgt. Dann verläuft die Handlung mit kleineren Kürzungen und Textänderungen im Wesentlichen so, wie wir sie kennen – bis zur Ermordung Florestans durch Pizarro, der seinerseits von Leonore erschossen wird. Das Trompetensignal und die «namenlose Freude» sind gestrichen. Mit ...

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Opernwelt Juli 2024
Rubrik: Panorama, Seite 56
von Uwe Schweikert

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