Betreuung rund um die Uhr
Frau Rosenberg, als Sie 2001 als Intendantin in San Francisco antraten, hatten Sie hoch gesteckte Ziele und wollten das Publikum sowohl mit einer Menge dort unbekannter Musik als auch mit Regietheater europäischer Prägung konfrontieren. Wie viel davon konnten Sie verwirklichen?
Ich denke, ich habe etwa die Hälfte von dem erreicht, was ich wollte. Ich habe, milde ausgedrückt, großes Pech gehabt. Als ich hier am ersten August 2001 antrat, hatte die große Wirtschaftskrise in Nord-Kalifornien, der «dot.
com bust», gerade begonnen, und der «Elfte September» war für uns natürlich eine Katastrophe. Die Leute blieben aus Angst zu Hause, allein im Herbst 2001 haben wir 3,1 Millionen Dollar weniger im Kartenverkauf eingenommen. Auch als dieser Schock vorbei war, blieb die Börse noch drei Jahre lang unten – das war die schlimmste Rezession in dieser Gegend seit vierzig Jahren. Als wir das realisiert hatten, haben wir einen Plan ausgearbeitet, mit dem in drei Jahren zwanzig Prozent des Etats eingespart worden sind.
Dabei mussten Sie auch etliche Leute entlassen. Macht so ein Job dann überhaupt noch Spaß?
Ich musste mich manchmal richtig übergeben, wenn ich wusste: Morgen musst du einen deiner ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Mit seinen Opern verfuhr Georg Friedrich Händel pragmatisch: Wenn für eine Wiederaufnahme die Sängerbesetzung gewechselt hatte, zögerte er nicht, das ganze Werk auf deren Stärken und Schwächen hin neu zuzuschneiden. Zwölf neue Arien schrieb er, als seine erste Londoner Seria «Radamisto» Ende Dezember 1720, nur ein halbes Jahr nach der umjubelten Premiere, wieder...
«Mozart war einer jener Denker und Bürger, die sich intensive Gedanken über das ‹nächste› Europa machten (...) Wo Mozart aufhörte, beginnen wir», sagte Regisseur Peter Sellars in einer Pressekonferenz Ende November in Wien, bei der er das ambitionierte Gesamtprogramm des Festivals «New Crowned Hope» (14. November bis 13. Dezember 2006) vorstellte. Das Budget,...
Type Casting in der Oper ist ein heikles Thema und dürfte eigentlich keine Rolle spielen, doch dieses Stück bildet eine Ausnahme: Wenigstens ansatzweise glaubwürdig sollte ein Roméo sein. Ramon Vargas ist das nicht. Naiv lächelnd und mit dem unwiderstehlichen Charme eines Baby-Elefanten tappst der über die Bretter. Von Schwärmerei, Liebesrausch, Verzweiflung keine...
