Bemerkenswert

Zu seinem 100. Geburtstag beschenkt sich das Mozartfest Würzburg mit einer sehenswerten Ausstellung

Wer nur einmal die mit dem Weltkulturerbe-Titel geschmückte Residenz betreten, das gewaltige Treppenhaus mit dem berühmten Tiepolo-Deckenfresko durchschritten und einem Konzert im prächtigen Kaisersaal beigewohnt hat, der weiß: Das Mozartfest Würzburg ist stets auch ein visuelles Ereignis. Sogar die reinen Hörplätze im benachbarten Weißen Saal sind begehrt; Antonio Bossis hohe Stukkaturkunst ist für viele Besucher eindrucksvoll genug, um zusammen mit den Klängen aus der Türöffnung als Live-Erlebnis zu gelten.

Und schon Hermann Zilcher, der Erfinder des ältesten Mozartfestes in deutschen Landen, hat, ein wenig auf der dirigentischen Kanonenkugel reitend, die bildliche Fantasie bemüht: Er habe während eines Konzerts mit dem Taktstock nur die «wundervollen Linien der Architektur» nachzeichnen brauchen, und schon habe sich Mozarts Musik wie von selbst geformt. Mehr noch: Die Putti und Figuren der Gemälde im Kaisersaal seien ihm beim Musizieren wie lebendig erschienen ... Ein höchst privates magisches Theater der Musik also, ein inneres Gesamtkunstwerk samt Überhöhung von Aufführung und Aufführendem.

Soweit die seinerzeit sorgsam und vielfach gestreute Legende. Zum 100. Geburtstag des ...

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Opernwelt Juni 2021
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Stephan Knies

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