Beflissen illustrativ
Als Arthur Miller 1953 sein Schauspiel «Hexenjagd» herausbrachte, schilderte er zwar einen Fall aus der amerikanischen Historie. Doch seine Zeitgenossen sahen sehr wohl die Parallelen zur Kommunistenhatz des Senators McCarthy. Die Jagd auf vermeintlich Abtrünnige und satanische Zerstörer des Guten scheint unausrottbar – nicht nur deshalb taucht das Stück regelmäßig in den Spiel- und Lehrplänen auf.
Robert Wards Opernversion von «The Crucible» wurde 1961 in New York uraufgeführt.
Ein herber Verriss der «New York Times» bremste den Erfolg mitnichten, stattdessen gab’s den Pulitzerpreis für Musik. Die Europäische Erstaufführung 1963 in Wiesbaden stieß auf weniger Zustimmung und blieb praktisch folgenlos – bis jetzt das Staatstheater Braunschweig das Stück in die Reihe «The American Way of Opera» aufnahm.
Der Wert dieser Ausgrabung hält sich freilich in Grenzen. Zu eng bleibt der Komponist in der zweiten seiner neun Opern am Text, zu beflissen illustrativ ist die Tonsprache. Den Gerichtsszenen fehlt das Lakonisch-Bedrohliche. Ganz selten nur klingt amerikanisches Idiom auf – und das Schlussfanal erinnert verblüffend an die Eingangsfanfare des «Zarathustra». Nur ist Richard Strauss im ...
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Opernwelt Juli 2016
Rubrik: Panorama, Seite 36
von Rainer Wagner
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Eine «Méditation sur ma mort future» kündigt die Leuchtschrift...
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