Bedingt prickelnd

Paris, Shore: The Fly

Opernwelt - Logo

Vor etwas mehr als drei Jahrzehnten brachte David Cronenberg den Film «The Fly» heraus. Darin entwickelt der ehrgeizige Biochemiker Dr. Brundle die Technik der «Teleportation». Vermittels dieser werden komplexe Substanzen, später auch Lebewesen atomisiert, die Elementarteilchen per Funk verschickt und am Zielort wieder zusammengesetzt. Brundle, der näher mit einer Wissenschaftsjournalistin namens Veronica bekannt ist, unterzieht sich nach der erfolgreichen «Teleportation» eines Affen voreilig einem Selbstversuch.

Mit ihm gelangt eine gemeine Stubenfliege in die Röhre, und bei der Übermittlung bzw. Rekonstruktion seines Körpers mischt sich das menschliche genetische Mate­rial mit dem tierischen. Das Unheil der Mutation nimmt seinen Lauf – es mündet in jenen finalen Rettungsschuss, mit dem Veronica den zu ihrem Peiniger werdenden Wissenschaftler ausschaltet.
Der Plot des Films stammt aus einer 1957 publizierten Kurzgeschichte von George Langelaan. Auf diese Novelle griff David Henry Hwang zurück, als er für Howard Shore nun ein Libretto anfertigte, das die Horrorgeschichte in eine Rahmenhandlung rückt – Veronica zeigt sich selbst bei der Polizei wegen ihrer Brachial­lösung des ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt August 2008
Rubrik: Panorama, Seite 54
von Frieder Reininghaus

Vergriffen
Weitere Beiträge
Große Liebe, gute Musik

Das Klima macht krank, die Kriminalitätsrate ist hoch, drinnen duftet es diskret nach Schimmel, draußen fällt tropenschnell wie ein nasses Tuch die Dunkelheit, Riesenfledermäuse fliegen ums Haus. Und wenn Wolfgang Ebert, erster Solohornist der Amazonas Filarmônica, am Sonntag seine Freundin mit Familie ausführen will, ist der attraktivste Ort, den er sich in der...

«Hingabe ist wichtiger als technische Präzision»

Mrs Joshua, in Robert Carsens Produk­tion von Händels «Semele» haben Sie das berühmte «Oh sleep, why dost thou leave me» nackt gesungen. Hat Sie das Überwindung gekostet?
Einfach war das für mich nicht. Schließlich ging ich in dieser Szene völlig nackt zur Seitenbühne ab, wo immer eine Menge Leute standen und glotzten. Aber in der Situation war es einfach...

Die entkleidete Oper

Eigentlich wollen wir sie nicht mehr sehen, diese Herren in ihren mausgrauen Anzügen, mit Schlips und Köfferchen. Und dieses Lounge-Mobiliar mit Ledersofa, Rolltreppen, Hotel-Lobby- und Airport-Lifts. Dennoch: Chris­tian Schmidts «Rinaldo»-Ambiente in Zürich geht letztlich doch auf. Zumal, wenn sich herausstellt, dass Ramses Sigls Schlips-und-Kragen-Ballett der...