Große Liebe, gute Musik

Eleonore Büning blickt auf das Opernfestival in Manaus.

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Das Klima macht krank, die Kriminalitätsrate ist hoch, drinnen duftet es diskret nach Schimmel, draußen fällt tropenschnell wie ein nasses Tuch die Dunkelheit, Riesenfledermäuse fliegen ums Haus. Und wenn Wolfgang Ebert, erster Solohornist der Amazonas Filarmônica, am Sonntag seine Freundin mit Familie ausführen will, ist der attraktivste Ort, den er sich in der Zweimillionenstadt Manaus dafür denken kann, das neue «Millenium»-Einkaufszentrum, weil dort immerhin die Kinder unbeaufsichtigt herumlaufen dürfen.
Ebert kommt aus Plauen.

Er studierte in Leipzig, wurde vor drei Jahren ein­geladen, beim Amazonas Opera Festival mitzuspielen – und blieb. Er ist glücklich geworden in Manaus und nennt dafür zwei Gründe, die denkbar besten: große Liebe, gute Musik. Hier im Orchester spielt er in erster Soloposition, auf Vergleichbares hätte er in Deutschland lange warten müssen. Kürzlich ist der junge Mann sogar zum Professor avanciert, er unterrichtet jetzt am neuen «Liceu de Artes e Ofícios Claudio Santoro», leitet eines der vier Jugendorchester dort, die nach venezolanischem Vorbild die Kinder von der Straße holen. Eine musikalische Entwicklungshilfe, die sich der Pionierarbeit des ...

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Opernwelt August 2008
Rubrik: Im Focus, Seite 30
von Eleonore Büning

Vergriffen
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