Foto: Bregenzer Festspiele/Katharina Fa
(Auto-)Suggestion im Feuchtgebiet
Als gewichtige dramaturgische Instanz steht der himmlische Wetterbeauftragte Petrus an den Seebühnen-Spieltagen immer im Zentrum des Bregenzer Interesses. Ein künstlerisch und administrativ allerdings leider nicht befriedigend kontrollierbarer Faktor.
So kursierte in den Stunden vor der «Carmen»-Premiere, als sich von Südwesten her drohend Wolkenberge türmten, realistischerweise nicht die Prophezeiung «Schönwetter», sondern bloß die bange Frage: Zieht die Gewitterfront weiter vorbei oder trifft sie punktgenau die Südostecke des Bodensees? Nun, sie zog knapp vorbei und führte für die zwei ersten Opernakte heftigen Regen mit sich. Von den 6000 Zuschauern im Areal – Schirme sind hier verpönt – flohen vor der Dauernässe höchstens ein paar Dutzend. Nach der gut zweistündigen Vorstellung (man erlebte «Carmen» mit nicht nur auf die Dialoge beschränkten, schwer zu verschmerzenden Kürzungen) bedankten sich die Veranstalter per Lautsprecher für die Durchhaltefähigkeit des Publikums – Vorarlberger Charme.
Einige ältere Festspielbesucher erinnern sich an abgebrochene oder in das Provisorium des geschlossenen Festspielhauses versetzte Aufführungen (dem Schreiber dieser Zeilen passierte das in ...
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Opernwelt September/Oktober 2017
Rubrik: Im Focus, Seite 28
von Hans-Klaus Jungheinrich
Herr Konieczny, früher waren Sie Bass, in Salzburg haben Sie vor einem Jahr die extrem hohe Bassbariton-Rolle des Jupiter gesungen. Wie kommt so etwas?
Abgesehen vom Stolzius in Zimmermanns «Soldaten» ist das tatsächlich die höchste Partie meiner Karriere. Franz Welser-Möst fragte mich vor drei, vier Jahren, ob ich mir «Die Liebe der Danae» vorstellen könnte. Damals...
Nur zehn Kilometer trennen die Festivals Mörbisch und St. Margarethen voneinander. Und doch liegen Welten zwischen ihnen. Nicht, weil die 6000-Plätze-Tribüne von Mörbisch direkt am Ufer des Neusiedler Sees liegt, während in St. Margarethen ein seit Römerzeiten genutzter Steinbruch die spektakuläre Kulisse für bis zu 4670 Zuschauer pro Abend bildet, sondern weil...
Wer die Musiktheaterszene im Vereinigten Königreich verfolgt, weiß, dass zumindest ein Zweig der Branche kräftig austreibt: die «country house opera». Glyndebourne, das 1934 den Anfang machte, gibt bis heute den Ton an. Aber seit 1989 Garsington nachzog, haben allerhand andere Kompanien das Modell kopiert.
Dazu gehört auch die Grange Park Opera im Hampshire. Das...
