Außer Atem

Mozart: Don Giovanni an der Oper Dortmund

Opernwelt - Logo

Es ist eine Menge los im neuen Dortmunder «Don Giovanni»: Schon in der Ouvertüre tuscheln der Titelheld und sein Diener auf einer Bank am linken Bühnenrand und brechen in höhnisches Gelächter aus. In rascher Folge huscht auch das übrige Personal herbei. Konstellationen werden angedeutet, stumme Szenen skizzieren die folgenden Turbulenzen. Derweil hat George Petrou mit der Ouvertüre ein stürmisches Tempo angeschlagen, dem die Dortmunder Philharmoniker auf der Stuhlkante sitzend folgen.

Der Dirigent wird den gesamten Abend keine Sekunde lockerlassen, permanent drängt er vorwärts und trimmt das Orchester auf einen schlanken, durchhörbaren Klang. Die Philharmoniker folgen ihm brillant, insbesondere den Bläsern gelingen fulminante Soli. Insgesamt aber klingt dieses Mozart-Bild atemlos – was in dieser Oper über einen rastlosen Verführer stellenweise durchaus Sinn ergibt, auf die Dauer aber ins Leere läuft, zumal sowohl Ensemble als auch Chor oft nicht mitkommen. In den Ensembles klappert es, Sechzehntel-Ketten und Koloraturen verwischen bis zur Unkenntlichkeit.

Petrou reagiert mit seinem Volldampf-Konzept auf den wilden Aktionismus, den Ilaria Lanzino veranstaltet. Die Regisseurin will ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt März 2025
Rubrik: Panorama, Seite 41
von Regine Müller

Weitere Beiträge
Ausgezaubert

Gegen Ende findet Oronte doch noch sein Glück, Gyula Rab singt vom «momento di contento». Das macht er sehr schön, allerdings ist der Gute etwas abgelenkt, er wäscht dabei nämlich sein Auto, das von der Unterbühne nach oben gelangte. Ob also das Glück, das er nun empfindet, tatsächlich von dem Wiederfinden der Liebe zu Morgana herrührt, darüber kann man zweifeln,...

Personalien, Meldungen 3/25

JUBILARE

Am 18. März feiert der Dirigent James Conlon seinen 75. Geburtstag. Von 1989 bis 2002 war er Kölner Generalmusikdirektor, seit einigen Jahren liegt das Zentrum seiner Tätigkeit in seiner amerikanischen Heimat: Seit 2006 ist er Musikdirektor der Oper von Los Angeles. Sein Vertrag dort läuft bis 2026. Am 18. März 1950 in New York zur Welt gekommen,...

Durch alle Seelentöne

Ins Labyrinth ihrer Obsession verstrickt erscheint die Titelheldin bereits in der Ouvertüre: Der Regisseur Christoph von Bernuth widersteht allen Fallstricken einer fast schon zur Routine gewordenen Idee, pantomimisch ganze Vorgeschichten zu erzählen. Stattdessen nur das hundertfach gespiegelte Wort Hippolyte – ein Irrgarten, in dem gleich in der ersten Szene das...