Ausgezaubert
Gegen Ende findet Oronte doch noch sein Glück, Gyula Rab singt vom «momento di contento». Das macht er sehr schön, allerdings ist der Gute etwas abgelenkt, er wäscht dabei nämlich sein Auto, das von der Unterbühne nach oben gelangte. Ob also das Glück, das er nun empfindet, tatsächlich von dem Wiederfinden der Liebe zu Morgana herrührt, darüber kann man zweifeln, ist ihm doch das Fahrzeug wichtiger, obwohl die beiden einen Kinderwagen schieben.
Auf jeden Fall sind sie ein hübsch spießig gekleidetes Paar, Rab und Andreja Zidaric, die zuvor als aufreizendes Wesen mit pointierender Stimme über die Bühne schlängelte.
Zuvor war man zu Gast auf Alcinas Eiland. Händels letzter großer Opernhit spielt ja auf dieser Insel, wo die Titelheldin Menschen in Tiere oder Landschaften verwandelt und Ruggiero als ihren Geliebten hält. Bradamante, seine Frau, sucht ihn, unterstützt von Melisso, Morgana, Alcinas Schwester, verliebt sich auf den ersten Blick in die als Mann reisende Bradamante. Dann gibt es noch den eifersüchtigen Oronte sowie den jungen Oberto, der seinen in einen Löwen verwandelten Vater sucht. Man kennt das, «Alcina» wird oft gespielt, wie jetzt am Münchner Gärtnerplatztheater. Oft ...
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Opernwelt März 2025
Rubrik: Panorama, Seite 39
von Egbert Tholl
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Man staunt nicht schlecht angesichts der jüngeren Vorfälle an der Berliner Alice Salomon Hochschule (ASH), wo sogenannte «linke» propalästinensische Aktivisten ungestört zur Intifada aufriefen und Zionisten zu unerwünschten Personen erklärten, ohne dass die Hochschulleitung mäßigend eingegriffen hätte. Man staunt über die Chuzpe derer, die den täglich zunehmenden...
Trügerische Dorfidylle. Das große Mühlrad, der kleine Bahnhof, das winzige Kirchlein und ein Pferd, nicht die Kuh, auf dem Dach: Nikolaus Weberns Bühnenbild in Kateryna Sokolovas «Jenůfa»-Inszenierung suggeriert eine gleichermaßen veristisch-naturalistisch wie surrealistische Szenerie – Chagall meets Čapek. Die Kostüme von Constanza Meza-Lopehandias verorten das...
