Ausgebremst

Verdi: La traviata Glyndebourne / Opernhaus

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Violetta und Alfredo fristeten ihr beschauliches Landleben vor den Toren von Paris sicher nur in relativer Bescheidenheit. In Tom Cairns’ unaufgeregter, dezent in die Gegenwart geholter «Traviata» leben sie üppig: Die Bühnen- und Kostümbildnerin Hildegard Bechtler bettete Verdis Schlüsselszene im zweiten Akt in eine malerisch bewaldete Parklandschaft in bester Glyndebourne-Idyllik und schneiderte den Protagonisten dekorative Garderobe auf den Leib. Das alles sieht sehr gut aus.

Einblicke in die Seele, psychologisch motiviertes Spiel und dezidierte Personenführung bleiben von der Regie dagegen unterbelichtet: Dass und wie hier drei Menschen (Violetta, Alfredo und Germont père) ihrer innersten Gefühlsregungen gewahr werden – Cairns vermag die Zuspitzung, auf die es in der «Traviata» doch entscheidend ankommt, nicht recht zu vermitteln, so dass die Regungen und Reaktionen der Darsteller weitgehend ohne erkennbaren Bezugsrahmen bleiben. Auch die allzu routiniert-glatte Bewegungsregie der Choreografin Aletta Collins in den Massenszenen ändert daran nichts.

Michael Fabiano ist ein schneidiger, attraktiver Alfredo, richtet seine gesanglichen Absichten allerdings mehr ins Publikum als an ...

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Opernwelt September/Oktober 2014
Rubrik: Panorama, Seite 53
von Tom Sutcliffe

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