Ausblicke für Aficionados
Wenn der südamerikanische Sommer zu Ende geht, erwacht die Opernszene in Buenos Aires. Aus rund vierzig Produktionen kann das Publikum in der Spielzeit 2006/07 wählen – und diese Angebote sind keineswegs auf das einzige über Argentinien hinaus bekannte Haus, das Teatro Colón, beschränkt. Schon deshalb nicht, weil das Colón sein Stammquartier von Oktober dieses Jahres bis April 2008 nicht wird nutzen können. In diesem Zeitraum soll die vor einigen Jahren begonnene Instandsetzung mit der Renovierung von Bühne und Auditorium abgeschlossen werden.
Die politischen Umstände sind günstig: Im März musste Bürgermeister Aníbal Ibarra seinen Hut nehmen, weil seine Verwaltung für die hohe Zahl von einhundertneunundsechzig Opfern verantwortlich gemacht wurde, die ein Feuer in einer Diskothek vor eineinhalb Jahren gefordert hatte. Sein Nachfolger Jorge Telerman stand zuvor an der Spitze des Kulturressorts der Stadt. Die nun für Kultur verantwortliche Politikerin Silvia Farjat – sie ist mit der baulichen Sanierung des Teatro Colón seit langem befasst – bestätigte inzwischen die Führungsspitze des Hauses: Leandro Iglesias bleibt Generaldirektor, Marcelo Lombardero zeichnet für das ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Der Komponist, 1661 in Paris geboren, starb 1741 in Lunéville bei Nancy. Diese geografische Nähe mag dazu beigetragen haben, dass die Opéra de Nancy sich endlich einmal auf Henry Desmarest (auch Henri Desmarets geschrieben) besann. Wenn in Deutschland, aber sogar in Frankreich, französische Barock-Oper angesagt ist, fallen meist die Namen Lully und Rameau. Von...
Seit fünf Jahren verteilt die nordrhein-westfälische Regierung aus ihrem «Fonds Neues Musiktheater» Geld an jene Opernhäuser des Landes, die ein Werk auf den Spielplan setzen, das jünger als vierzig Jahre ist. Ästhetische Kriterien wollte man bisher nicht in Anschlag bringen – und ein Antrag reichte, um zu profitieren von einem Topf, der in diesem Jahr 250 000...
Bürgt der Volkston in den «Wunderhorn»-Texten für eine leichtere Umsetzung in Musik?
H. R.: Ja, denn er bietet dem Komponisten mehr Raum als ein Gedicht aus der Kunstlyrik, das in sich viel strenger gefügt ist. Beim «Wunderhorn» haben wir diese Sprünge, die die Texte machen, bei denen also, verglichen mit ihren Vorlagen, manchmal ganze Strophen ausgelassen werden,...
