Aus zweiter Hand

Menotti: The Medium
Maderna: Satyricon
Frankfurt | Oper | Bockenheimer Depot

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Den Psychothriller des italo-amerikanischen Neoveristen mit dem grotesken Bilderbogen des seriellen Nachkriegsavantgardisten, sprich: Gian Carlo Menottis «The Medium» und Bruno Madernas «Satyricon», zu einem Doppelabend zusammenzuspannen, mochte zunächst irritieren, erwies sich aber als höchst hintersinnige, ja geradezu spannende Konfrontation zweier nur scheinbar unvereinbarer Welten. Bei beiden Werken handelt es sich um Musik aus zweiter Hand.

Während Menotti im effektvollen Eklektizismus der 1947 am Broadway uraufgeführten Erfolgsoper seinen Personalstil findet, bedient sich Maderna in der 1973 kurz vor seinem Tod fertiggestellten Zitatcollage so hinterfotzig wie wirkungssicher aus der Operngeschichte.

Menotti zieht den Zuschauer in die Geschichte hinein, Maderna zeigt ihm, brutal und resigniert zugleich, die Fratze. Auf diesen Kontrast ist der Abend gestimmt, szenisch wie musikalisch. Für Menotti hat Kaspar Glarner einen hermetischen Raum entworfen, in dem Hans Walter Richter das psychopathologische Beziehungsdrama mit großer Realistik inszeniert und sich dabei sichtlich an des Komponisten eigene Verfilmung hält. Baba glaubt nicht an die spiritistischen Séancen, die sie ihren ...

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Opernwelt August 2019
Rubrik: Panorama, Seite 38
von Uwe Schweikert

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