Ungestillter Sehnsucht Drang
Für die Griechen war es das Paradies auf Erden, noch im Neuen Testament ein Ort des Segens: der Garten Eden. Betrachtet man das Cover des vorliegenden Albums, das dessen Namen im Titel trägt, beschleichen einen Zweifel an der Plausibilität dieses Mythos: Mag die florale Tapete noch die Aura des Naturhaft-Schönen in sich bergen, deutet schon der knorrige Kaktus auf dem kleinen Stehtisch eher auf eine widerspenstige Angelegenheit. Blickt man dazu noch in die finster-trüben Mienen der Sopranistin Eva Resch und des Pianisten Eric Schneider, muss man um ihr Seelenheil bangen.
Doch keine Angst: Hier wird mit Seherwartungen gespielt und, wiewohl mit gewöhnungsbedürftig-skurriler Ironie, die Kehrseite des Paradieses gezeigt. Den beiden Künstlern geht es gut, sie benötigen keine Hilfe. Schon gar nicht für jene Lieder, die, mal im nahen, mal im weiten und weitesten Sinn, thematisch Bezug auf den biblischen locus amoenus nehmen.
Im Zentrum steht Schönbergs Liedzyklus auf das «Buch der hängenden Gärten» von Stefan George (1909). Ein Mann begegnet in der exotischen Umgebung eines Paradiesgartens einer Frau, die er augenblicklich erobern will. Doch ihm schwant, dass er verbotenes Terrain ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt August 2019
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 28
von Jürgen Otten
Harfenperlen durchsetzen samtenen Streichergrund, während Klarinette und Flöte schwebende Figurationen weben. So klingt der Landsitz Bly in «The Turn of the Screw». Schließlich hebt die Governess an: «How beautiful it is!»
Ja: Wer das Tor zu den Wormsley-Ländereien passiert, tritt in eine andere Welt. Durch bewaldete Hügel windet sich die schmale Straße ins Tal....
Christophe Slagmuylder ist kein Vertreter der Firma «Schall & Rauch». Der Intendant der Wiener Festwochen (bis 2025) gibt sich eher leise und unaufgeregt, übertreibt’s nicht mit Floskeltrompete und trendigem Kulturmanagersprech. Wobei der Belgier, der den vor einem Jahr vorzeitig zurückgetretenen Tomas Zierhofer-Kin quasi aus dem Stand ersetzen musste, die in den...
alpha
04.08. – 20.15 Uhr
Absolute Prokofiev (1)
11.08. – 20.15 Uhr
Absolute Prokofiev (2)
Osterfestival Moskau, 2012
Orchester des Mariinsky-Theaters, Sankt Petersburg
ML: Gergiev
arte
03.08. – 21.00 Uhr
Mascagni: Cavalleria rusticana in den Sassi von Matera
F/CH 2019
ML: Valcuha, I: Corsetti, S: Aronica, Zilio, Gagnidze, Martinucci, Simeoni
Nach «La traviata» am...
