Aus einem Guss

Wiesbaden | Verdi: Simon Boccanegra

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Es ist eine wechselhafte Beziehung, die das Wiesbadener Opernpublikum mit Dietrich W. Hilsdorf verbindet: Seit 1986 inszeniert der Regisseur am Hessischen Staatstheater, nach einer neunjährigen Pause ist er seit Beginn der Intendanz von Manfred Beilharz 2002 wieder regelmäßig zu Gast in Schauspiel und Oper.

Hilsdorfs Arbeiten sind von einer erstaunlichen Unberechenbarkeit geprägt: Neben Erfolgen wie der tief durchdrungenen, klug als griechisches Passionsspiel angelegten «Johannes-Passion» Johann Sebastian Bachs stand Verstörendes wie der eklatante Flop mit einem «Freischütz», dem die Zuschauer scharenweise davonliefen. Jetzt also «Simon Boccanegra», gründlich recherchiert. Das Wiesbadener Team hat das dem Libretto zugrunde liegende Drama des Autors Antonio García Gutiérrez erstmals ins Deutsche übertragen lassen und davon vieles abgeleitet – etwa die Erkenntnis, dass hinter das vermeintliche Vergebungsfinale und vor allem hinter den Charakter des Fiesco ein dickes Fragezeichen zu setzen ist.

Hilsdorf erzählt die Oper, die in der Spätfassung von 1881 gegeben wird, als stilistisch dreigeteilten Abend: Der gerade mal fünfundzwanzig Minuten lange Prolog wird vor dem Eisernen Vorhang ...

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Opernwelt März 2012
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Claus Ambrosius

Vergriffen
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