Aus der Werkstatt

Wenn Rudolf Piernay mit Sängerinnen und Sängern arbeitet, geht es immer ums Ganze. Das konnte man etwa bei einer Meisterklasse in Bayreuth beobachten. Penibel und zugleich geduldig geht Piernay auf technische Probleme ein, die er in präziser Terminologie und körperlich anschaulich zu analysieren weiß. Das Unterrichten ist für ihn kein Nebenjob, sondern Lebensinhalt – seit Jahrzehnten. Ein Gespräch über einige grundsätzliche Fragen der Gesangsausbildung

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Herr Piernay, wie gerüstet muss ein Sänger sein, wenn er ins Konzert- und Opernleben einsteigt, und wie weit bekommt er dieses Rüstzeug in der Hochschule mit?
Junge Sänger wissen oft sehr wenig über die musikalische und technische Seite des Gesangs, wenn sie ihr Studium an einer Hochschule beginnen. Wenn ein Pianist an eine Hochschule will, muss er anspruchsvolles Repertoire spielen können, sonst wird er nicht aufgenommen. Der junge Instrumentalist hat vermutlich mit dem Klavierspielen angefangen, als er fünf war.

Aber Sänger, besonders Männer, die erst nach dem Stimmwechsel richtig anfangen können – wenn sie nicht aus Knabenchören kommen, was zwar musikalisch sehr bildend, aber gesangstechnisch problematisch sein kann –, wissen über das Singen oft gerade so viel, wie sie glauben, sich von Pavarotti-Aufnahmen abgehört zu haben. Deswegen kann es natürlich auch unter den relativ Begabten viele Fehlentwicklungen bereits vor Studienbeginn geben. Zu sagen, dass Anfängerunterricht weniger bedeutsam ist als der Unterricht im Hochschulstudium, ist ein schwerer Irrtum. Es gibt Privatlehrer, die da wirklich hervorragende Grundlagenarbeit leisten. Gesangsunterricht basiert immer bis zu einem ...

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Opernwelt Jahrbuch 2010
Rubrik: Leben mit der Stimme, Seite 88
von Ekkehard Pluta

Vergriffen
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Am Telefon: Placido Domingo

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Ebenfalls in der aktuellen Ausgabe:

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Nach 19 Jahren ist die Ära Ioan Holender an der Wiener Staatsoper...