Aus der Werkstatt

Wenn Rudolf Piernay mit Sängerinnen und Sängern arbeitet, geht es immer ums Ganze. Das konnte man etwa bei einer Meisterklasse in Bayreuth beobachten. Penibel und zugleich geduldig geht Piernay auf technische Probleme ein, die er in präziser Terminologie und körperlich anschaulich zu analysieren weiß. Das Unterrichten ist für ihn kein Nebenjob, sondern Lebensinhalt – seit Jahrzehnten. Ein Gespräch über einige grundsätzliche Fragen der Gesangsausbildung

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Herr Piernay, wie gerüstet muss ein Sänger sein, wenn er ins Konzert- und Opernleben einsteigt, und wie weit bekommt er dieses Rüstzeug in der Hochschule mit?
Junge Sänger wissen oft sehr wenig über die musikalische und technische Seite des Gesangs, wenn sie ihr Studium an einer Hochschule beginnen. Wenn ein Pianist an eine Hochschule will, muss er anspruchsvolles Repertoire spielen können, sonst wird er nicht aufgenommen. Der junge Instrumentalist hat vermutlich mit dem Klavierspielen angefangen, als er fünf war.

Aber Sänger, besonders Männer, die erst nach dem Stimmwechsel richtig anfangen können – wenn sie nicht aus Knabenchören kommen, was zwar musikalisch sehr bildend, aber gesangstechnisch problematisch sein kann –, wissen über das Singen oft gerade so viel, wie sie glauben, sich von Pavarotti-Aufnahmen abgehört zu haben. Deswegen kann es natürlich auch unter den relativ Begabten viele Fehlentwicklungen bereits vor Studienbeginn geben. Zu sagen, dass Anfängerunterricht weniger bedeutsam ist als der Unterricht im Hochschulstudium, ist ein schwerer Irrtum. Es gibt Privatlehrer, die da wirklich hervorragende Grundlagenarbeit leisten. Gesangsunterricht basiert immer bis zu einem ...

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Opernwelt Jahrbuch 2010
Rubrik: Leben mit der Stimme, Seite 88
von Ekkehard Pluta

Vergriffen
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«Ohne Intuition geht gar nichts»

 

Frau Petersen, auf Ihrer neuen CD interpretieren Sie Liebeslieder von Robert Schumann – gemeinsam mit Anke Vondung, Werner Güra und Konrad Jarnot sowie den Pianisten Christoph Berner und Camillo Radicke. In dem Zyklus «Spanisches Liederspiel» op. 74 findet sich eine der wenigen Solo-Nummern: «Melancholie». Sie singen das, als ob Sie das Verzweifeln an der «Qual...

«Du bleibst hier!»

Christoph!!
«Kein Bock auf Himmel! Ich will noch hierbleiben»,
hast du immer und immer wieder beschwörend gerufen.
Und du hast Recht behalten.
Du bleibst hier!
Auch wenn du einen gemeinen, ungleichen Kampf, der nicht zu gewinnen ist,
   jetzt verloren hast.
Du bleibst hier.
Obwohl, wenn man sich ansieht, was die da oben mit ihrer Vorsehung treiben,
haben die dich...

Lust auf die Knochenmühle

 

Herr Welser-Möst, neue Besen, sagt man, kehren gut. Nun haben Sie hier an der Wiener Staatsoper schon die letzten Jahre musikalisch  mitgeprägt. Was könnte Ihrer Meinung dennoch besser werden?
Zunächst einmal hat diese Tätigkeit mir die Chance gegeben, das Haus sehr gut kennenzulernen. Natürlich, wie die Amerikaner sagen, «there’s always room for improvement»....