Aus der Stille
Da gelo a gelo» – «Von Erstarrung zu Erstarrung» könnte man den Titel von Salvatore Sciarrinos jüngster Oper übersetzen. Es ist die dritte Bühnenarbeit dieses Komponisten, die bei den Schwetzinger Festspielen uraufgeführt wurde. Das Werk fußt auf dem Tagebuch der japanischen Dichterin Izumi Shikibu, die vor etwa tausend Jahren lebte. Sie gilt als die größte Poetin Japans. Das Tagebuch beschreibt, wie sich die Beziehung der Autorin zu dem Prinzen Atsumichi anbahnte. Das Libretto seiner Oper hat Sciarrino indes selbst geschrieben, die Tagebucheinträge mit Gedichten verknüpft.
Der gebürtige Sizilianer hat eine ganz besondere Affinität zu Japan: Unzählige Haikus – knappe dreizeilige Gedichte – hat er seit seinem zwölften Lebensjahr vertont.
Strenge Gartenanlagen, filigrane Schriftzeichen, zarte Gräser: Japan! Sciarrinos fein ziselierte Musik scheint ganz und gar dorthin zu passen: Kleine verdichtete Formen, wesentliche Merkmale japanischer Kunst und Literatur bestimmen auch Sciarrinos Musik. Etwa einhundert Minuten dauert seine «Da gelo a gelo». «100 Szenen mit 65 Gedichten» lautet ihr Untertitel. Auf jede Szene entfällt also etwa eine Minute, mehr nicht. Und doch, was für eine ...
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Viel habe ich während meiner dreizehn Jahre als Intendant der Bayerischen Staatsoper gelernt. Dazu gehört, dass es leider nur zu oft unumgänglich für ein Opernhaus ist, bockig und kompromisslos zu sein. Es gehört zu unseren Aufgaben, die Vorstellung darüber, was möglich oder akzeptabel ist, auszudehnen. Die Politik sollte Toleranz aufbringen für das, was wir tun...
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