Aus der Flüstertüte

Hannover, Häusermann: Gewähltes Profil: Lautlos

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Man kommt nicht sofort darauf. Zu abstrakt klingt beim ersten Hinhören, bei der ersten Begegnung der Titel des neuen Stücks von Ruedi Häusermann, zu intellektuell überhöht, als dass man sogleich auf die Idee verfiele, es könnte sich bei «Gewähltes Profil: Lautlos» ganz und gar profan um eine Einstellung handeln, die sich auf den meisten Mobiltelefonen findet.

Eben diese Einstellung gab die Überschrift für das Opus novum, das jetzt in einer Koproduktion von schauspielhannover, der Staatsoper Stuttgart und den Opernfestspielen München realisiert und in der niedersächsischen Landeshauptstadt uraufgeführt wurde.
Zugrunde liegt ein Streichquartett. Häusermann, der auch Regie führte, hat es im Auftrag der Bayerischen Staatsoper komponiert. Es ist ein, man wundert sich kaum, leises, eindrückliches Stück, welches vor allem das Hören selbst thematisiert, weil nur das konzentrierte Hören die Nuancen erfahren kann. Man vernimmt ausziselierte Linien, hier und da ein Fragment von Clus-ter, flirrende, fragile Gespinste aus Tönen, verhuscht ­irgendwie, flüchtig, fliehend. Und ebenso ist die Welt, die auf der Bühne von Philipp Nicolai und Ruedi Häusermann dargestellt wird. Nichts Massiertes, ...

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Opernwelt Juli 2006
Rubrik: Panorama, Seite 49
von Jürgen Otten

Vergriffen
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