Auf in den Kampf! Peter Schöne (Guillaume Tell); Foto: Theater/Martin Kaufhold
Entschweizert
Neues Team, neuer Schwung. Zum Auftakt seiner Intendanz in Saarbrücken nahm sich Bodo Busse eines Meisterwerkes an, das mit den drei Reitergalopp-Minuten seines Geschwindmarsch-Ouvertürenschlusses unsäglich populär ist, während die restlichen dreieinhalb Stunden kaum mehr bekannt sind. Aufführungen dieses für Halévy, Meyerbeer und den jungen Wagner wegweisenden Pionierstücks der «französischen» Grand Opéra bedürfen beträchtlicher künstlerischer Anspannung, vor allem einer die exorbitanten Anforderungen der Hauptpartien erfüllenden Sängerbesetzung.
Insbesondere was Letztere angeht, konnte man an der Saar trumpfen. Mit dem Tenor Sungmin Song stand ein Arnold auf der Bühne, der die emphatischen Höhenflüge seiner Tessitura mit bewundernswerter Kernigkeit absolvierte, ohne dabei Ermüdungserscheinungen zu zeigen. Ähnlich brillant die angenehm klare, kühle Sopranstimme von Pauliina Linnosaari (Mathilde). Mit seiner Tell-Diktion imponierte Peter Schöne nicht durch bärenhaft durchdringende Baritonwucht, sondern den differenzierten Einsatz seines perfekt fokussierten Materials. Auch der düster timbrierte Gesler (Hiroshi Matsui), die mit Wärme intonierende Hedwige (Judith Braun) und der seine ...
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