Aus dem Leben eines Taugenichts
Die anderen an den Händen fassen. Gegen das Scheinwerferlicht an die Rampe laufen, lächeln, sich verbeugen. Wieder zurück. Noch einmal. Und noch mal.
Ob mir das wohl fehlt, wenn ich irgendwann aufhöre? Mal ehrlich, Applaus bringt nicht immer das Beste im Menschen zum Vorschein. Erstaunlich, wie schamfrei manche Kollegen um den besten Platz in der Applausordnung rangeln. Dabei kann man die Meinung des Publikums dabei ja wohl kaum noch nach oben korrigieren. Also, ich jedenfalls nicht. Oder liegt das nur daran, dass ich es falsch mache?
Es gibt ja diese Applaustypen.
Zum Beispiel den Sterbenden Schwan, äh, Sopran. Sehr beliebt bei Cio-Cio-Sans. Das gesamte Ensemble ist schon draußen, nur die Primadonna nicht. Aller Augen warten auf dich, Herrin! Und dann – da! Endlich. Sie kommt. Schleppt sich herein, als ginge es schier über ihre Kräfte nach all den großen Gefühlen. Wenn das Publikum zu toben beginnt, fabriziert sie einen naiv-erstaunten Gesichtsausdruck, wie um zu fragen: «Was, ich?». Und lässt sich ermattet in einen tiefen Knicks fallen. Seeeehr tief. So tief, dass man glatt glaubt, sie schafft’s nie wieder hoch.
Oder der Held in Strumpfhosen, die Hosenrolle. Eine stramme Mezzo ...
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Opernwelt September/Oktober 2014
Rubrik: Mal ehrlich, Seite 91
von Christopher Gillett
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Herr Engstroem, zum Jubiläumsfestival sind mehr Musiker und mehr Besucher nach Verbier gekommen als je zuvor. Gibt es für Sie Grenzen des Wachstums?
Ich freue mich natürlich, dass das, was wir seit 1994 versuchen, einen so guten Ruf hat. Es ist ja nicht so, dass man mal eben einen Abstecher nach Verbier macht. Dafür liegt der Ort zu abgeschieden. Verbier ist eine...
Es ist ja gar keine Nebenstraße, auf die der Lied-Wundermann hier abbiegt. Den Orfeo hat Christian Gerhaher bereits vor einiger Zeit gesungen, am Ende seines Studiums. Und man wäre zu gern dabei gewesen, als er sich mit einigen Kumpanen in der Heimatstadt an Monteverdi machte und Straubing einen «Sommerspaß» bescherte, wie Gerhaher das heute nennt. Eine heiße Liebe...
