Liebeswahn, geerdet
Sie sind Meister des psychologischen Realismus. Das haben Jossi Wieler und Sergio Morabito mit vielen Arbeiten bewiesen, zuletzt mit der Uraufführung von Mark Andres spirituellem Musiktheater «wunderzaichen» (siehe OW 4/2014). So überrascht es nicht, dass sie auch ein anderes fast handlungsloses, scheinbar der Realität enthobenes Weltentsagungswerk wie «Tristan und Isolde» – Nietzsche hat es als das «eigentliche opus metaphysicum aller Kunst» bezeichnet – nicht mythisch vernebeln, gar erhöhen, sondern handfest theatralisch verorten.
Bert Neumann nahm dafür beim Puppentheater Maß. Sein Schiff, das die irische Königstochter Isolde nebst Dienerin zur Zwangsheirat nach Cornwall bringt, ist ein hölzerner, in den Pappmaché-Wogen heftig schlingernder Kahn. Zwei zusammengeschnürte Bündel, obenauf ein grotesker Kopfschmuck und ein Spinnrad sowie eine am segellosen Mast vertäute Standuhr sind die Habseligkeiten, die Isolde mit sich führt. Was die Regie hier auf engstem Raum an gestisch-mimischem Körperspiel entfaltet, schließt nicht nur die Figuren und deren Psyche auf, sondern reicht – wann je hätte man in einer «Tristan»-Aufführung gelacht? – bis zum kruden Aberwitz, etwa wenn Isolde sich ...
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Opernwelt September/Oktober 2014
Rubrik: Im Focus, Seite 22
von Uwe Schweiker
Die anderen an den Händen fassen. Gegen das Scheinwerferlicht an die Rampe laufen, lächeln, sich verbeugen. Wieder zurück. Noch einmal. Und noch mal.
Ob mir das wohl fehlt, wenn ich irgendwann aufhöre? Mal ehrlich, Applaus bringt nicht immer das Beste im Menschen zum Vorschein. Erstaunlich, wie schamfrei manche Kollegen um den besten Platz in der Applausordnung...
Sie reden wieder miteinander. «Alexander Pereira im Gespräch mit Franz-Welser Möst», hieß es in der Einladung zum Pressegespräch vor der «Rosenkavalier»-Premiere. Ein aus der Not geborenes Arrangement, ein Zweckbündnis. Es ist noch gar nicht so lange her, da hätte man sein letztes Hemd verwettet, dass der Herr Generalmusikdirektor von der Wiener Staatsoper nicht...
Jubilare
Sie studierte an der Budapester Musikakademie Liszt Ferenc bei József Réti Gesang und begann ihre Bühnenkarriere Anfang der 1970er-Jahre in Bern und an der Deutschen Oper am Rhein mit Partien wie Gilda, Sophie, Norina, Königin der Nacht und Zerlina. Als Blonde in Giorgio Strehlers Inszenierung von Mozarts «Entführung aus dem Serail» trat Krisztina Laki bei...
