Auftritt Quantenphysik
Kniffel», von manchen auch «Yahtzee» genannt, ist ein äußerst beliebtes Würfelspiel. Der Fünferpasch ist hier Trumpf und gibt die größte Punktzahl. Beliebt ist auch die «Große Straße», da müssen alle Würfel aufeinander folgende Zahlen zeigen. Wer regelmäßig kniffelt, wird sich immer wieder aufs Neue wundern, dass manchmal Straßen und Päsche sehr lange auf sich warten lassen. Wenn sie dann kommen, folgen sie oft mehrfach in einem Spiel. Zufall?
Die Frage nach Zufall, Gesetzmäßigkeit, Notwendigkeit gibt es überreich auch in der Oper.
Verdis «Macht des Schicksals» ist ein Paradebeispiel, aber in vielen weiteren Werken passieren unglaubliche, vielleicht auch unglaubwürdige Dinge. Nino Rotas 1950 fürs Radio geschriebene Kurzoper «I due timidi» ist da keine Ausnahme. Raimondo (in der Aufführung der Bayerischen Theaterakademie fein gesungen von Mose Lee) fällt ein Rollo auf den Schädel, Mariuccia (schönes, lyrisches Timbre: Rusnė Tušlaitė) fällt darob in Ohnmacht. Beide sind heimlich - schüchtern – ineinander verliebt. Er gesteht im Kreislauftaumel einer anderen seine Liebe, während sie versehentlich mit dem herbeigerufenen Arzt anbandelt. Die falschen Paare finden sich und bleiben ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Mai 2026
Rubrik: Magazin, Seite 94
von Jörn Florian Fuchs
Herr Heide, dürfen wir uns das Verhältnis zwischen einer Sängerin oder einem Sänger und einem Pianisten als ein erotisches vorstellen?
Das dürfen Sie, allerdings gefielen mir da auch Beschreibungen wie «innig», «freundschaftlich» oder «symbiotisch». Aber jetzt, wo Sie fragen, kommt mir sofort eine Sentenz von Christa Ludwig in den Sinn, die im hohen Alter...
Leicht müsse man sein, «mit leichtem Herzen und leichten Händen, halten und nehmen, halten und lassen …», singt die Feldmarschallin im ersten Aufzug des «Rosenkavaliers». Auch in der Heidelberger Inszenierung von Andrea Schwalbach ist Leichtigkeit das Schlüsselwort. Als «Komödie für Musik» haben der Komponist und sein Textdichter Hugo von Hofmannsthal das Stück...
Die Schwierigkeiten, Beethovens «Fidelio» zu inszenieren, werden von der Güte der Musik und der Berühmtheit des Urhebers regelmäßig weggeschwemmt. Die Schwierigkeiten liegen darin, dass auf der Bühne viel weniger passiert, als uns die Musik verspricht. Und wenn etwas passiert, passiert eigentlich immer noch so gut wie nichts. Schließlich geht alles gut aus – so...
