Auferstanden aus Ruinen
Sah man’s je? Da sitzen Veit Pogner und Hans Sachs beim anfänglichen Gemeindechoral in der ersten Reihe, lehnt Eva nervös an einem Gerüst, auf dem Stolzing sich verbirgt. Zweimal während des frommen Gesangs kann Sachs es nicht lassen und blickt, quasi über die Schulter, zu Eva herüber, als ahne er nichts Gutes. Auf der anderen Seite späht David nach seiner Lene und umgekehrt. Bei der Kollekte steckt Pogner einen Schein in den Klingelbeutel, Sachs eine Münze. In den ersten paar Minuten dieser Zürcher «Meistersinger» klären sich die Voraussetzungen des Spiels.
Wie der Regiesenior Harry Kupfer das bewerkstelligt, beinahe nebenbei, ganz ohne Wink mit dem Zaunpfahl – sah man’s wirklich je?
Oder diese Winzigkeit: Da versetzt der Lehrbub, nachdem er sein Johannes-Verslein vorgetragen hat, seinem Meister einen beinahe kumpelhaften Klaps – und erschrickt selbst dabei. Da, merkt man ihm an, ist er denn doch zu weit gegangen. Sachs freilich nimmt’s gelassen. Dies vielleicht noch: Wie Eva, begeistert von Stolzings Preishymnus, aufspringt, ihm entgegenläuft und der blamierte Beckmesser sich am Rande wegdrückt, total geknickt. Diese und viele andere, fast versteckte Momente sind Indizien, die ...
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Impressum
53. Jahrgang Nr. 3
Opernwelt wird herausgegeben
vom Friedrich Berlin Verlag
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752241
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Redaktionsschluss dieser Ausgabe war
der 10.02. 2012.
Redaktion:
Stephan Mösch
Albrecht...
