Editorial, März 2012
Eigentlich wollte Klaus Florian Vogt im April nach Barcelona fliegen, um mal den Lohengrin zu vergessen. Das Gran Teatre del Liceu hatte den Tenor für einen Doppelabend mit Zemlinskys «Zwerg» und «Florentinischer Tragödie» gebucht. Aber daraus wird nichts – die sechs Vorstellungen sind abgesagt. Auch eine für Mai geplante Aufführungsserie von Debussys «Pelléas et Mélisande» fällt aus. Ebenfalls gestrichen wurden ein «Barbiere» für Kinder, ein Recital mit Nina Stemme und ein Gastspiel der Ballets de Monte-Carlo.
Im März/April und Juni/Juli soll das Haus sogar für einige Wochen komplett geschlossen und die Belegschaft in Kurzarbeit geschickt werden. Schon im September vergangenen Jahres war das Personal einen Monat freigestellt, Gounods «Faust» gab es zum Saisonauftakt nur konzertant. Werkeinführungen, Gesprächskonzerte, Kammermusik im Foyer – das Begleitprogramm wurde ebenfalls eingestellt.
Ist das Traditionshaus an den Ramblas, in dem seit 1847 Oper gespielt wird, dabei, Rang und Ruf zu ruinieren? Geben die Verantwortlichen unter dem Druck der Schuldenkrise auf? Fast jeder zweite Spanier unter 25 hat keinen Job. Das ist die Situation. Wer nachfragt, wird weitergereicht. Der ...
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Die Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff sagte unlängst, die wirkliche Qualität von Büchern erweise sich erst nach dem Tod des Autors. Da könne man sehen, ob sich noch Leser fänden. Freilich hilft es, wenn ein Autor schon vor seinem Ableben ausreichend Rezipienten hat. Im Fall des polnischen Komponisten und Pianisten Mieczyslaw Weinberg (1919-1996) war Letzteres...
Vor einigen Jahrzehnten hätte die vorliegende CD vielleicht noch den Titel «Hasse redivivus» getragen, doch da im Internet-Zeitalter kaum noch jemand Latein versteht und «reloaded» spätestens seit dem zweiten Matrix-Film der Wachowski-Brüder Teil des modernen Wortschatzes geworden zu sein scheint, heißt es heute also «Hasse reloaded» – sei’s drum. Des modischen...
Fangen wir an mit den Farben. Mit dem Rot, Gelb und Blau, dem Weiß, Schwarz und Grau der bühnengroßen Prospekte, die hinten auf- und niederfahren. Unentwegt verändern die riesigen Leinwände ihre Anmutung, in sanft fließender Bewegung. Strahlen wie die Sonne, glühen wie Höllenfeuer, werden dunkel wie die Nacht, grünen wie der Frühling. Metamorphosen des Lichts, die...
