Aufbruch vertagt

Mit der Berufung Valery Gergievs setzen die Münchner Philharmoniker auf die nächste etablierte Promi-Marke

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Ach, diese Jugendsünden. 40 Orchester habe er früher einmal kurz hintereinander dirigiert. Es gab sogar eine Zeit, da habe ihn sein Management zum Rekord getrieben: 15 US-Klangkörper in ­einem Jahr. «Und ich habe gedacht, das alles ist gut.» Valery Gergiev, der Geläuterte? Von «Konzentration» spricht er mittlerweile, nur die garantiere «seriöse Ergebnisse». Der selbsterklärte Fachwechsel zum Paulus hat auch einen konkreten Hintergrund. Mit Skepsis bis Häme ist seine Berufung zum Chef der Münchner Philharmoniker quittiert worden.

Ausgerechnet Gergiev, der das «Figaro hier, Figaro da» der Klassikszene hektisch vorlebt, der gern in letzter Sekunde (wenn überhaupt) zum Einsatz einschwebt, ausgerechnet diesen Umtriebigen genehmigt sich nun Bayerns Landeshauptstadt ab 2015 für vorerst fünf Jahre als ­Orchestererzieher.

Viele Vorsätze warfen die Philharmoniker dafür über Bord. Christian Thielemann wurde verübelt, dass er für seinen Beethoven-Zyklus mit den Wienern fremdging. Nun müssen die Münchner Gergiev gleich mit ein paar Bräuten teilen: Der Ossete bleibt Herr des St. Petersburger Mariinsky-Systems mit bald zwei Opernhäusern und einem Konzertsaal, zusätzlich leitet er eine Handvoll ...

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Opernwelt März 2013
Rubrik: Magazin, Seite 72
von Markus Thiel

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