Auf Tuchfühlung

Die Opernhäuser in Frankreich, Belgien und den Niederlanden versuchen mit teilweise ungewöhnlichen Maßnahmen, der Krise Herr zu werden und das Publikum bei Laune zu halten

Eigentlich müssten sie milde lächeln über den deutschen Schmalspur-Lockdown, die Nachbarn westlich des Rheins. Denn schon seit geraumer Zeit gehen nicht wenige französische Opernhäuser gleichermaßen flexibel wie versiert mit den strengen Covid-19-Restriktionen um. Zumal sich auch in Mariannes Land die Situation der Bühnen nicht substanziell verändert hat. Zwar durften Anfang Dezember Geschäfte wie auch Archive und Bibliotheken wieder öffnen, die Pforten der Theater aber blieben vorerst geschlossen.

Frankreichs Premierminister Jean Castex mahnte an, es sei zu früh, an ein Ende des Lockdowns zu denken.

Dennoch nahm die Pariser Opéra national ihre Vorstellungen zunächst nur bis zum voraussichtlichen Ende der Ausgangssperre am 14. Dezember aus dem Programm. Das Haus ließ offen, ob wenigstens die zweite Hälfte einer Aufführungsserie der «Traviata» mit James Gaffigan am Pult sowie die «Carmen»-Wiederaufnahme unter Keri-Lynn Wilsons Stabführung zu realisieren sein werden. Beide Produktionen wurden noch immer mit voller Spieldauer angesetzt. Karten kaufen konnte man aber bis zuletzt für keine dieser Aufführungen.

Die Konkurrenz in der französischen Kapitale hat sich Kompromisslosigkeit ...

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Opernwelt Januar 2021
Rubrik: Focus Spezial, Seite 24
von Michael Kaminski

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