Auf die Zwischentöne kommt es an
Dass der berühmte Kastrat Carlo Broschi, genannt Farinelli, auch komponiert hat, ist seit Langem bekannt. Franz Haböck, der Pionier unter den Erforschern der Sängerkastraten, gab bereits 1923 einen Band mit Arien heraus, die zum Repertoire Farinellis gehörten, darunter auch acht Stücke, die er dem Sänger zuschrieb. Nicht für alle Werke ließ sich diese Zuweisung aufrecht erhalten, bei einigen bleibt sie zumindest zweifelhaft, dafür sind seit Haböcks Ausgabe aber neue Kompositionen entdeckt worden, für die eine Autorschaft Farinellis zumindest plausibel erscheint.
Auf den verschiedenen Arienalben, die in den letzten Jahren mit Werken aus dem Repertoire Farinellis erschienen, ist seine eigene Musik kaum vertreten. Vivica Genaux und René Jacobs («Arias for Farinelli») ließen den Komponisten ganz außer Acht, bei Nella Anfuso («Farinelli’s favourite Songs») findet sich eine Arie, Angelo Manzotti («Arie per soprano di Farinelli dedicate a Maria Teresa») bietet immerhin drei Arien, die in einer für die Kaiserin Maria Theresia angefertigten Prachthandschrift enthalten sind.
«Farinelli. The Composer» aber bietet nun mehr und dazu noch zwei reizvolle Zugaben: Pietro Metastasios «La partenza», ...
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Opernwelt November 2011
Rubrik: Medien | CDs, Seite 28
von Thomas Seedorf
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