Wieder vereint
Seit seiner Uraufführung an der New Yorker Metropolitan Opera im Dezember 1918 hat Puccinis Triptychon gemischte Reaktionen hervorgerufen. Nach der erfolgreichen Premiere wurden die Drillinge getrennt: «Gianni Schicchi», ursprünglich der heitere dritte Akt des Ganzen und als solcher gleichsam eine bombensichere Nummer, gedieh auch allein prächtig, während «Il tabarro» auf den Spielplänen hinterherhinkte und «Suor Angelica» noch seltener aufgeführt wurde.
Ein ähnliches Muster zeichnete sich auch nach der Erstaufführung an Covent Garden im Jahr 1920 ab: Der Zyklus wurde auch dort bald zerteilt; bis 1965 gab es keine weitere komplette Produktion. Nun probiert die Royal Opera anlässlich ihrer jüngsten «Trittico»-Auflage eine neue Taktik aus: Nachdem «Gianni Schicchi» 2007 von Richard Jones äußerst erfolgreich – im Tandem mit Ravels «L’Heure espagnole» – inszeniert worden war (siehe OW 5/2007), beschloss das Haus, die Eröffnung der Saison 2011/12 abermals Richard Jones anzuvertrauen und Puccinis komödiantischem Drilling seine beiden Geschwister voranzustellen.
Jones heuerte für jede der drei Opern einen eigenen Austatter an: Für «Gianni Schicchi» richtete John Macfarlane ein ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt November 2011
Rubrik: Im Focus, Seite 22
von George Hall
«Robert ist unvergänglich», – so urteilte 1841 kein anderer als Richard Wagner über Giacomo Meyerbeers damals gerade zehn Jahre alte Oper, und er stand mit dieser Meinung keineswegs allein. Mit «Robert le Diable» und den wenig später (1836) entstandenen «Huguenots» habe Meyerbeer der Oper das Fenster zu neuen ästhetischen Horizonten geöffnet, habe sie befähigt, die...
Prinzipien haben sie an der Opéra national du Rhin. Eine Uraufführung pro Spielzeit soll es sein und mit ihr ein Beitrag zum «Musica»-Festival. Diesmal ging der Auftrag an Philippe Manoury, Jahrgang 1952. Er tat sich mit dem Librettisten Jean-Pierre Milovanoff zusammen. Heraus kam «La Nuit de Gutenberg», ein Werk, das in der Geschichte Straßburgs verankert ist....
Wer ist die Hauptperson in Giacomo Meyerbeers 1865 an der Pariser Opéra posthum aufgeführter Oper: Vasco da Gama, der portugiesische Eroberer und Entdecker des Seewegs nach Indien, oder seine von ihm verlassene farbige Geliebte Sélika? Auf diese für das Verständnis des Werkes entscheidende Frage geben die textlichen und musikalischen Quellen keine eindeutige...
